
Tja, was soll ich sagen? Heute war der Tag kein Traumtag. Ich gebe allerdings zu: das ist Jammern auf hohem Niveau. Wenn man aber eine Wüste sucht und nicht findet, kann das schon nerven. Moment, der Reihe nach. Denn die nicht gefundene Wüste ist nicht das Einzige, was heute quer läuft. Es gibt da auch noch die misslungene Radtour. Damit muss die Geschichte losgehen.
Der Weg zum Startpunkt in Baúl, etwa 70 Kilometer weit, ist schön und bietet wunderbare Ausblicke auf die Berge und einen Stausee.


Achim hat im Netz eine sogenannte Via Verde entdeckt, einen Radweg, der auf einer Bahntrasse verläuft. Nach der gestrigen Wanderung schien uns eine Radtour heute verlockend.



Aber: wir befinden uns auf etwa 1000 m Höhe, es ist sehr kalt und der Wind pfeift. Auf den ersten Kilometern merkt man nichts davon, weil wir ihn im Rücken haben. Auf dem Rückweg haben wir ordentlich zu kämpfen. Den treten wir zum Glück schon nach vier Kilometern an. Puh, und dafür haben wir die Räder vom Träger gehievt.
Okay, kann ja nicht immer alles glatt laufen, jetzt auf in die Wüste! Gorafe ist der Name. Wenn man ins Internet schaut, was wir natürlich gemacht haben, findet man begeisterte Beschreibungen: „Die Wüste von Gorafe in der Provinz Granada in Andalusien ist wie von einem anderen Planeten. Das durch vielfältige Formen und Farben geprägte Gebiet besitzt eine einzigartige Schönheit, deren Landschaft an Kappadokien erinnert.“

Ja, der Ort Gorafe selbst liegt spektakulär am Ende einer Schlucht umgeben von hohen Felswänden.
Nur: Wo ist die Wüste?
„Am besten entdeckst du die Wüste von Gorafe vom Centro de Interpretación am Megalithenpark aus. Das 600 qm große Informationszentrum hat in der Regel von dienstags bis sonntags von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Von hier aus hast du eine gute Sicht auf das Tal, hier beginnt die Geo-Route. Auf dieser Tour kommst du an allen Höhepunkten der Wüste vorbei.“
Hm. Das genannte Informationszentrum liegt mitten im Ort und der Weg dorthin mit unserem Camper ist so eng, dass ich als Beifahrerin die Luft anhalte. Es ist geschlossen (Sonntagnachmittag, 15 Uhr), vor allem aber geht hier kein einziger Wanderweg los.
Eine gute Sicht in das Tal haben wir, das stimmt.

Aber wo ist die Wüste? Damit das klar ist: es GIBT in Spanien sogenannte Halbwüsten, z. B. die Bardenas Reales, in der wir letztes Jahr waren, oder die von Tabernas, wo wir morgen hinfahren. Es sind keine Sand-, sondern Steinwüsten.
Wir studieren die Landkarte, befragen noch mal das Internet, fahren eine Weile hier hin und da hin, hoch und runter. Nix. Dann haben wir die Nase voll und lassen es gut sein. Sollte jemand hier mitlesen, der es besser weiß als wir, kann es uns sehr gern wissen lassen.
Wir setzen uns jedenfalls in unseren Bus und fahren 30 km weiter nach Guadix. Der Ort ist bekannt für seine Höhlenwohnungen und schaut, ebenfalls vor felsiger Kulisse, sehr schön aus.




Wir setzen uns noch auf ein Bierchen auf die Plaza. Aber das ist bei neun Grad auch nicht so prickelnd und so laufen wir zurück zum Bus und beenden diesen Tag. Die Höhlenwohnungen schauen wir uns morgen Früh an – ehe wir in die Wüste, nach Tabernas, fahren.
