Der Ruf des Muezzin weckt mich um viertel vor Sechs. Zu früh. Ich dreh mich nochmal um. Gestern sind wir nach Mitternacht ins Bett, weil wir unsere Ankunft in der Türkei feiern mussten und Achim noch zu einem nächtlichen Fotoshooting loszog.

Die Selimiye-Moschee, von überall in Edirne sichtbar, besticht durch ihre vier eleganten Minarette, die höchsten der Türkei, und die prächtige Kuppel. Sie ist ein einzigartiges Bauwerk von Mimar Sinan, einem der berühmtesten Architekten der Weltgeschichte. Weltkulturerbe ist das Gebäude seit 2011.

Der Bau begann 1568 im Auftrag von Sultan Selim II. und dauerte sieben Jahre. Tausende von Menschen arbeiteten unermüdlich an der Fertigstellung der Moschee, die 1575 abgeschlossen wurde. Sie gilt als das bedeutendste Werk osmanischer Architektur, und Mimar Sinan selbst bezeichnete sie als sein „ Meisterwerk “.


Nach dem Besuch der Moschee spazieren wir durch die Altstadt. Simkarten und Bargeld besorgen, einen ersten Çay, türkischen Tee, trinken, durch den Bazar bummeln.

Die Stadt mit ihren repräsentativen Moscheen, den alten überdachten Märkten und kleinen Straßen mit zahlreichen Cafés und Lokalen gefällt uns sehr gut. Kurz überlegen wir, ob wir einfach noch eine Nacht hier bleiben, aber dann lockt doch Istanbul. Edirne war übrigens vor Istanbul die Hauptstadt des Osmanischen Reiches.
250 Kilometer müssen wir fahren, über die Autobahn ist das aber kein Problem. Um kurz vor Sieben sind wir am Ziel: ein bewachter Parkplatz hinter der Blauen Moschee. Istanbul, meine Lieblingsstadt.

Da wir zu Mittag schon die leckeren Edirne Köfte genossen haben, gibt es am Abend etwas aus der Bordküche. Hiesige Leckereien wie Fischbrötchen auf der Galatabrücke oder Bavarua vom Özsüt gibt es morgen (sowie die Erklärung, was das denn ist.)
Nach dem Abendessen bummeln wir noch ein bisschen durchs Viertel, Arastabazar, Blaue Moschee, Hagia Sofia. Zum Aufwärmen kaufe ich mir ein heißes Sahlep, ein Milchgetränk mit Orchideenwurzelextrakt. Zimt obendrauf. Bei nur noch zehn Grad sehr wohltuend.

Unser Parkplatz hat sich inzwischen geleert, wir sind die einzigen Camper. Am Ausgang ein Sicherheitsmann, auf dem Nachbargrundstück die Bereitschaftspolizei. Da kann uns nichts passieren 😄.
