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Noch auf ein Museum in die Stadt

Es gibt natürlich noch ewig viel zu sehen hier in Madrid, aber wir wollen der Großstadt heute Nachmittag wieder den Rücken zukehren. Jedoch nicht ohne vorher das Museo Reina Sofia besucht zu haben.

Hier hängt ein Bild, das ich schon im Kunstgeschichte-Unterricht in der Schule kennengelernt und danach in etlichen Büchern gesehen habe, aber noch nie im Original: die Guernica von Picasso.

Das Bild entstand 1937 als Reaktion auf die Zerstörung der spanischen Stadt Guernica durch den Luftangriff der deutschen Legion Condor und der italienischen Corpo Truppe Volontarie, die während des Spanischen Bürgerkrieges auf Seiten Francos kämpften.

Mit uns sind heute viele Schülerinnen und Schüler im Museum, intensiv von Lehrkräften betreut. Genau wie wir schauen sie Guernica und viele andere Picassos, Juan Gris, Dalis und Miros an. Ein Museum ganz nach meinem Geschmack. Wegen der vielen spannenden Bilder, aber auch weil Menschen über 65 Jahre hier freien Eintritt haben. Graçias!

Zum Abschluss unseres Kurztrips in die spanische Hauptstadt laufen wir noch zum Caixa-Forum, ein Kunstforum der gleichnamigen Bank mit beeindruckender Architektur und einem vertikalen Garten nebendran.

Dann geht es weiter nach Süden. Das Land der Windmühlen ist unser Ziel. In Campo de Criptana, 170 Kilometer südlich von Madrid, stehen neun auf einem Plateau. Wenige Minuten vor Sonnenuntergang sind wir da.

Der Stellplatz ist direkt daneben und mit dieser tollen Aussicht dürfen wir heute den Tag ausklingen lassen.

Morgen zum Sonnenaufgang wird weiter fotografiert und dann zeige ich Euch wahrscheinlich noch hundert Windmühlenfotos.

Madrid: wir schauen und hören

Das Café sieht ein wenig aus wie ein Wiener Kaffeehaus, dabei ist es ein Jazzclub. Einer DER Jazzclubs in Europa: das Café Central mitten in Madrid. Heute Abend spielen Cañorroto Flamenco Jazz. Dabei gehen die Stücke ganz entspannt am Klavier mit traditionellen Grooves los, dann steigen Gitarre und Stimme mit Flamencorhythmen ein, erweitern das Lied und heizen es an.

Der Flamenco drückt sowohl Lebensfreude und Rebellion als auch Schmerz, Not und Verzweiflung aus. Mit diesen Themen waren wir auch mittags schon beschäftigt, als wir die Bilder der großen Meister im Prado besuchen.

Der Prado beherbergt die Bilder-Sammlung der spanischen Könige bis zurück ins 16. Jahrhundert. In über 100 Sälen und Galerien werden rund 1800 Werke der großen alten Meister gezeigt, Bruegel, Dürer, Hieronymus Bosch, Raffael und viele andere mehr.

Zunächst einmal bin ich aufgeregt. Nicht wegen der Kunst sondern wegen verschiedener äußerer Umstände. Ich habe mein Portemonnaie im Bus gelassen und damit auch meinen Personalausweis. Somit kann ich der Dame an der Kasse nicht beweisen, dass ich älter bin als 65 und darf nicht für den reduzierten Eintritt von 7,50 Euro ins Museum sondern muss den regulären von 15 Euro zahlen. Ich sollte es als Kompliment werten.

Dann kämpfen wir mit der Technik des Audioguides. Ich erspare Euch die Einzelheiten. Jedenfalls dauert es eine Weile, bis wir uns entspannt die Heiligen, Könige, Stilleben und Massen von nackten Brüsten und Popos anschauen können.

Nach drei Stunden ist dann aber auch mal gut und es zieht uns nach draußen in die Sonne. Die scheint nämlich bei angenehmen 14 Grad.

Ein imposanter Boulevard hier, eine beeindruckende Häuserzeile dort, große Plätze, kleine Plätze, Geschäfte, Cafés, Kneipen, Kirchen, Museen, Regierungsgebäude… Hilfe, ich kann nicht mehr! Mir tun die Knochen weh vom Halbmarathon.

Aber keine Sorge, Rettung naht. Was in München die Leberkässemmel, ist in Madrid das Bocadillo de Calamares, das Baguette mit frittierten Calamari.

Und da man auf einem Bein bekanntlich nicht stehen kann, gibt es zum Nachtisch gleich die nächste spanische Spezialität: Churros con chocolata.

So gestärkt können wir noch eine Runde um die  Häuser ziehen, bis es Zeit wird für einen wunderbaren Musikabend in einem der renommiertesten Jazzclubs Europas, dem Café Central. Olé! Begeisterte Rufe aus dem Publikum. Olé!

Bereits nach einer guten Stunde  ist das Konzert zu Ende, denn es gibt pro Abend zwei Vorstellungen. Da bleibt noch Zeit für ein Eis auf dem Weg zur U-Bahn. Bei mild gefühlten zehn Grad schmeckt es schon.

Madrid: erste Eindrücke

Am Vormittag müssen wir eine spanische Gasflasche kaufen (wir haben die vom letzten Jahr wieder mitgebracht und können sie nun tauschen), Großeinkauf im Supermarkt machen (Aioli, Tortilla, Orangen, Schinken…) und gute 200 Kilometer Richtung Südwesten fahren, dann sind wir in Madrid.

Im Norden der Stadt gibt es einen Campingplatz. Den nehmen wir. In die Stadt kommen wir mit der Metro.

Und dann sind sie da, die Prachtbauten:

Die Oper
Der Königspalast
Die Kathedrale
Die Plaza Mayor

Viele Menschen sind unterwegs, viele sitzen sogar schon in den Straßencafés auf einen Kaffee, ein Bier oder einen Apéririf. Wir schlendern noch ein bisschen durch die Straßen, genießen die schönen Bauten und das entspannte Treiben und beenden unseren ersten Besuch in Madrid mit zwei cañas, zwei Glas Bier mit Knabberzeug. Morgen geht’s weiter: der Prado und ein Jazzkonzert stehen auf dem Programm.