Schlagwort-Archive: Österreich

Ungarn: Stürmisch bis zum Balaton

Am imposanten Stift Melk ist es trocken genug für einen kurzen Fotostop.

Etwas später dann meint Österreich, sich sehr eindrucksvoll von uns verabschieden zu müssen.

Die ungarische Grenze erreichen wir gegen 12 Uhr. Im Internet heißt es, dass der Liter Diesel hier nur 1,50 Euro kostet Deshalb haben wir nicht in Österreich für 2,14 getankt. Ist ja klar. An der ersten Tankstelle auf ungarischer Seite heißt es 789 Forint, also 2,06 Euro. Zu teuer, also weiter. Da, zwei Kilometer später, 615 Forint, 1,60. Wunderbar. Nehmen wir. Beglückt spendiere ich unserem Camper eine volle Ladung Diesel, 68 Liter. Ich schau beim Zahlen mit der Karte nicht so genau hin – aber Achim: „Schau, was die Dir berechnet haben: 785 Forint!“ Äh, wieviel ist das in Euro? „“ 2,04 Euro! “ Nichts wie rein in die Tankstelle und reklamieren. Um dann, bedauernd aber bestimmt, informiert zu werden, dass es in Ungarn zwei Preise gibt, einen für die Einheimischen und einen für Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen. Liebe EU, bitte nimm unsere offizielle Beschwerde entgegen! Das ist eine sehr unfreundliche Diskriminierung aller Partnerstaaten und sollte, finden wir, nicht erlaubt werden.

Etwas später suchen wir ein Plätzchen für die Mittagspause. Und suchen, und suchen. Endlich werden wir fündig zwischen Feldrain und Pferdekoppel. Wie überall stehen auch hier die Schlehen in voller Blüte und Lerchensporn und Windröschen färben den Boden bunt. Ein kleiner Strauß wandert in meine neue Busvase.

Pfeilgerade verläuft unsere Straße in östliche Richtung. Straßendörfer und blühende Büsche säumen sie, der Wind schüttelt nun ordentlich den Bus durch.

Am späten Nachmittag gegen Fünf erreichen wir unseren heutigen Stellplatz am Plattensee in Balatonfüzfö. Parken dürfen wir direkt vorm Strandbad. Es ist keiner da außer uns.

Trotz Wind und Wetter laufen wir noch ein bisschen draußen rum. Erst einmal war ich hier am Balaton, da war ich 16. Mit meinem ungarischen Freund Istvan, den ich über Verwandte in der DDR kennengelernt hatte. Damals waren wir auf einem sehr einfachen Zeltplatz gemeinsam mit ein paar einheimischen Familien. Heute gehört der See wohl zu den Spots, die in der Saison unter zu viel Tourismus leiden. Davon spüren wir nichts.

Brrrrr. Nun reicht es. Es ist so kalt hier! Ab in den Bus, Heizung an, gemütlich machen.

Auf dem Weg nach Istanbul: Bei Regen durch Österreich

Es geht los! Um viertel nach Zehn sperren wir die Haustür zu und drehen den Zündschlüssel um. Erstes Ziel unserer Frühjahrsreise ist Istanbul. Etwa 2000 Kilometer liegen vor uns. Bis Passau nutzen wir noch die Autobahn. Dann wird nicht mehr gerast sondern gereist. Ohne Autobahn, ohne Maut.

Der Regen begleitet uns auf unserer Fahrt durchs Donautal. Dicht am Fluss entlang führt unsere Straße fast 200 Kilometer weit bis zu unserem heutigen Etappenziel.

Pöchlarn ist der Name einer kleinen Gemeinde in Niederösterreich im Bezirk Krems. Hier treffen wir uns am Nachmittag mit Werner, Achims langlangjährigem Arbeitskollegen und Radtourenbegleiter, sowie dessen Schwester Anneliese.

Beim Wirt ein Dorf weiter gibt es leckeres Bier und Schnitzel sowie angeregte Gespräche bis in den späten Abend hinein. Sowie unterschiedliche Gläser für Damen („die sind doch eleganter“) und Herren.

Beim Wirt zwei Dörfer weiter gibt es einen Stellplatz. Hier dürfen wir unsere erste Reisenacht verbringen.

In der Steiermark

Der „Arbeitstitel“ unserer Herbsttour in den Süden war Steiermarken. Letzte Woche in den Marken sind wir nun in der Steiermark angekommen.

Von Venedig aus haben wir einen 400 Kilometer Sprung nach Nordosten gemacht und sind am Abend in Stainz, einem kleinen Ort im Land des Schilcher angekommen. Diese Weinspezialität der Weststeiermark mussten wir gleich noch verkosten.

Am Morgen haben wir von unserem Stellplatz aus einen schönen Blick auf die Burg.

Nach dem Frühstück holen wir die Räder vom Bus und machen uns auf die „Schilchertour“. Dem E-Bike sei dank ist es für mich kein Problem, die 900 Höhenmeter mit teils 16 Prozent Steigung durch die Weinberge zu radeln. Für Achim, der nach wie vor sein eigener Motor ist, ist die Strecke anspruchsvoll. Mit fünf bis 50 kmh strampeln wir hoch bzw. sausen hinab. Um uns herum Weinberge, Äcker, von denen die Kürbisse abgeerntet sind, Buschenschanke, Bauernhöfe, in denen Kürbiskernöl, Kastanien, Honig, Sturm und Schilcher verkauft werden.

Gut, dass man die Reserven auffüllen kann.

Am Abend widmen wir uns dem Genussschilchern (eine Wortkreation des hiesigen Tourismusverbands). Wir radeln zum nächstgelegenen Buschenschank. Bald stehen die Brettljause und der Schilcher auf dem Tisch.

Zum krönenden Abschluss gibt es „Spagat-Krapfen“. 🤔