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Promenieren in Palma

Das Wetter ist wie es ist. Was tun, wenn es zum Radeln zu kalt ist, der Spaziergang droht, zu nass zu werden? Ins Museum gehen. Davon hat Palma etliche zu bieten und wir steuern als erstes das Museu Es Baluard für zeitgenössische spanische Kunst an.

Viele junge SpanierInnen hängen hier, aber auch alte und berühmte mit einigen ihrer Werke. Habt Ihr gewusst, dass schon Picasso Smileys gestaltet hat?

Mein ganzer Respekt galt der jungen Lehrerin (oder Museumsmitarbeiterin), die sich mit einer großen Gruppe Teenager um dieses Ölbild der Schweizer Malerin Miriam Cahn geschart hat. Leider habe ich nichts vom Gespräch verstanden, aber die Atmosphäre war konzentriert und ernsthaft.

Das Museum wurde als neues Gebäude auf einer alten Festung in der Renaissance-Stadtmauer errichtet. Über Rampen, Balkone und Galerien kann man den Zusammenschluss des historischen mit dem modernen Bauwerk erlaufen und dabei spektakuläre Ausblicke aufs Meer mit der Bucht von Palma, die Kathedrale und die Stadt genießen. Die größte Überraschung: die Sonne scheint und ich kann meine Winterjacke ausziehen.

Es steht noch ein weiteres Museum auf unserem Plan. Aber erst bummeln wir noch ein bisschen durch die Altstadt und genießen die angenehme Temperatur, das schöne Licht und viele Momentaufnahmen.

In Spanien ist die Siesta ganz wichtig. Sie erstreckt sich über mehrere Mittagsstunden und wird gern für ein ausführliches Mahl genutzt. Deshalb bieten viele Lokale einen (oft preiswerten) Mittagstisch an und man kann zwischen mehreren Angeboten wählen, um sich ein leckeres Drei-Gänge-Menü zusammenzustellen.

Unsere Freundin hat uns die Casa Julio empfohlen, ein immer volles, beliebtes, untouristisches Lokal mitten in der Altstadt. Wir sind schon zum zweiten Mal innerhalb einer Woche hier und sind jedesmal fasziniert von dem reibungslosen Ablauf, der eingespielten Zusammenarbeit der Bedienungen, die selbst im größten Trubel ein freundliches Wort finden oder dir aufmunternd auf die Schulter klopfen.

Nicht vergessen werden darf in der Schilderung die Flasche Rotwein, die fast automatisch zum Essen auf den Tisch kommt. Ob man nach drei Gläsern Rotwein zu Mittag noch ein weiteres Museum besuchen kann? Man kann.

Es ist nur ein kurzer Weg von einem halben Kilometer von der Casa Julio zum Museu Fundacion Juan March, das in einem schönen alten Stadthaus angesiedelt ist. Der Besuch kostet keinen Eintritt und wieder kann man sich hier zeitgenössische spanische Kunst anschauen.

Und weil wir, wie schon mehrfach geschrieben, Wiederholungstäter sind, landen wir später erneut in der Chocolaterie San Joan de S’Aigo mit der geschmolzenen Trinkschokolade (mit Sahne, wie es sich hier gehört) und den fettgebackenen Ensaimadas und Blätterteigleckereien. „Das sind 1000 Kalorien!“, stelle ich fest, als die Bedienung unseren Tisch füllt. „Denken Sie jetzt nicht daran. Genießen Sie einfach!“