Wieder im Winter

Jeden Morgen noch im Bett Nachrichten lesen

Noch während ich im Bett liege, greife ich zum Handy und schaue die Nachrichten an. Ich lese, dass Russland ein AKW angegriffen hat, und stehe wieder einmal mit schwerem Herzen auf.

Wir haben auf einem Stellplatz neben der Stierkampfarena in Segovia übernachtet und gestern Abend habe ich unseren neuen Campingbackofen eingeweiht und ein Brot gebacken. Mit Käse aus der Region und frischem Kaffee schmeckt uns das Frühstück nun trotz allem. Es ist ein Balanceakt. Die Gefühle und Gedanken schwanken eigentlich den ganzen Tag zwischen Sorgen und Trauer auf der einen Seite und dem Wahrnehmen all des Neuen und Unbekannten, das wir auf dieser Reise erleben, auf der anderen Seite. Frei und unbeschwert wie auf früheren Reisen sind wir beide nicht. Wie auch.

Wir beratschlagen die heutige Route. Sicher ist, dass wir uns Avila anschauen wollen. Und danach? Salamanca? Zamora? Uns zieht es zurück an den Fluss, den Duero, den wir gestern wegen des Abstechers nach Segovia verlassen haben. Wir entscheiden uns für das kleine Dorf Castronuño, das in einer Flussbiegung etwa hundert Kilometer nördlich von Avila  liegt.

Aber jetzt erstmal Betten machen, abwaschen, alles verstauen, was noch lose herumliegt, Abfall raus und Clo entleeren. Tja, das Camperleben muss man schon mögen 😀.

Als wir Segovia verlassen, entdecken wir Neuschnee auf den Bergen der Sierra de Guadarrama, die zwischen uns und Madrid liegt. Je näher wir an Avila kommen, um so winterlicher wird es. „‚Die Schneefallgrenze liegt bei 1200 Metern‘, kannst du im Blog schreiben“, weiß mein lieber Mann.

Auch in Avila selbst liegt Schnee. Dass wir hier ganz im Westen Spaniens nochmal im Winter landen, hatte ich nicht erwartet.

Bekanntestes Bauwerk der Stadt ist die ca. 2500 m lange, komplett erhaltene romanische Stadtmauer mit ihren 88 Türmen und neun Stadttoren.

Die Kathedrale sei die erste gotische Kathedrale Spaniens, meint Wikipedia.

Das ungemütliche Wetter verlockt nicht zu einem ausgedehnten Stadtbummel. Und da wir noch eine halbe segovianische Torte von gestern haben, verzichten wir auf einen Cafébesuch und machen es uns kurze Zeit später im Bus inmitten eines Kiefernwaldes gemütlich.

Gegen drei machen wir uns auf den Weg nach Castronuño.

Die Sonne vertreibt die Wolken und es wird wieder wärmer. Am Duero angekommen hat uns der Winter wieder verlassen. Der Fluss ist jetzt schon ordentlich gewachsen und liegt ruhig in der Abendsonne.

3 Gedanken zu „Wieder im Winter

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