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Ich war noch nicht überall,aber es steht auf meiner Liste

Unter Felsen

Unser Hotel liegt an einem Flüsschen und beim Morgenspaziergang entdecke ich, dass eine Hängebrücke aus Bambus hinüberführt. Da fühle ich mich ja gleich wie in Nepal.

Noch vor dem Frühstück machen wir einen Ausflug zu einem Aussichtspunkt. Die paar Kurven und Kehren machen den Kohl auch nicht mehr fett. Der Kaffee ist richtig lecker, Eier braten wollen die Damen uns aber leider nicht.

Dafür müssen wir wieder runterfahren und werden mit einem gigantischen Club-Sandwich belohnt.

Die Nam Lod Cave ist eine riesige Tropfsteinhöhle, die sich in drei Hallen aufteilt. Man kann dort nicht alleine durchlaufen, sondern muss sich am Eingang einen Führer nehmen und entscheiden, wieviele der Hallen man sehen will.

Wir wählen das komplette Programm, denn um in die dritte Höhle zu kommen, darf man Boot fahren. Das klingt spannend. Kaum haben wir die Eintrittskarten gekauft, steht eine Frau mit Petroleumlampe neben uns und stellt sich als unsere Führerin vor.

Wir laufen gemeinsam zum Eingang der Höhle, sie zündet die Lampe an und wir dringen vor in die wirklich dunkle und riesige Höhle. Sie ist bis zu 20 Meter hoch und man kann ganz viele Stalagmiten und Stalaktiten bewundern, die teilweise sehr ausgefallene Figuren gebildet haben. Elefanten, Frösche, Krokodile und so weiter. Was diese Höhle für uns besonders macht, ist ihre Unverfälschtheit. Es gibt kein künstliches Licht, nur die Lampen der guides, Treppen, die in schwindelerregende Höhen führen, sind aus Holz gebaut, die Bambusflöße werden vom Bootsmann den Fluss hinunter gestakt. Die Dimensionen sind gewaltig. Ich glaube, drei Kathedralen passen da locker rein.

Ich hatte ein bisschen Respekt vor dieser Tour, vor der Dunkelheit, vielleicht würde ich Beklemmungen bekommen, mich eingesperrt fühlen. Nichts davon trat ein. Es hat einfach ganz viel Spaß gemacht.

Weiter geht die Fahrt mit unserem Scooter, bergauf, bergab, immer umgeben vom tiefen Grün des Urwaldes, durch den wir schon seit Tagen fahren.

Unser Tagesziel Pai erreichen wir gegen fünf am Nachmittag. Wir checken ein, parken den Scooter im Abstellraum des Hotels, das direkt an der walking street liegt, der Straße, die nachts zur Fußgängerzone mit Nachtmarkt wird. Deshalb gibt es keinen außenliegenden Parkplatz.

Zum Sonnenuntergang fahren wir zum Big Buddha, der auf einem Hügel außerhalb der Stadt thront. Natürlich sind wir nicht die Einzigen, die diese Idee haben. Auf der breiten Treppe hinauf zum Buddha ist aber Platz genug.

Danach parken wir den Scooter wieder im Hotel und bummeln über den Nachtmarkt. Weit kommen wir nicht, da treffen wir Ina und Jens, mit denen wir vom ersten Loop-Tag an ungeplante, häufige und schöne Treffen haben. Wir plaudern ein wenig, dann gehen die beiden ins Hotel und wir suchen eine Kneipe, um erstmal ein Bier zu trinken.

Kaum haben wir die ersten Schlucke getrunken, laufen Karin und Dieter, die wir auf dem Bahnhof in Ayutthaya kennengelernt haben, an uns vorbei. Sie setzen sich zu uns und schon ist die beste Reiseerlebnisaustauschrunde zugange.

Darüber wird es so spät, dass wir gar nicht zum Buchen unseres Hotels in Chiang Mai kommen. Als wir endlich die Zeit dazu finden, stellt sich raus, dass das Hotel, in dem wir die Hälfte unseres Gepäcks deponiert haben, morgen ausgebucht ist. Wir schreiben hoffnungsfroh eine Mail und gehen erstmal schlafen, es wird sich schon was finden.

Da wird dir ganz schwindelig

Wir sind jetzt die Hälfte des Mae Hong Son-Loops gefahren und haben uns damit rechnerisch durch 932 Kurven geschwungen. Der ganze Loop soll nämlich 1864 haben. Her mit der zweiten Hälfte!

Die สะพานซูตองเป้, Su Tong Pae Bridge ist heute unser erstes Ziel.

Mit einer Länge von 500 Metern soll sie die längste Bambusbrücke in Thailand sein. Sie verbindet ein buddhistisches Kloster mit einem Dorf. So können die Mönche ohne großen Umweg leichter den Ort erreichen. Die geflochtene Brücke führt über Reisfelder und einen Fluss. Von dort und vom Kloster haben wir einen tollen Rundumblick über die wunderschöne Landschaft.

Das nächste Erlebnis ist ganz anderer Natur: eine kleine Höhle mit einem Wasserloch, in dem sich Hunderte von Fischen tummeln. Sie liegt im Nationalpark Thamphla Namtokphasuea, der im Eingangsbereich eher wie ein Englischer Garten wirkt. Wir sind begeistert von den Bäumen.

Mit den Fischen können wir persönlich nicht so viel anfangen, verstehen aber, dass dies ein heiliger Ort für manche Gläubige ist. Es heißt, dass dieses sehr besondere Wasser, in dem sich die Tiere hier tummeln und von den Besuchern eifrig gefüttert werden, schon vielfach für zeremonielle Zwecke, selbst im Königshaus, verwendet wurde.

Auf hundertweißnichtwieviel Kurven fahren wir weiter. Schwindelig wird mir aber nicht davon sondern von den immer schönen schönsten Aus-  und Anblicken. Grandios!

Gegen fünf erreichen wir unsere Unterkunft in Soppong und haben noch einen Grund, uns zu freuen. Sie heißt Little Eden und macht ihrem Namen durchaus Ehre. Der Garten wurde von der leider schon verstorbenen Mutter des jungen Deutschsprechenden Besitzers angelegt. Er ist Halbdeutscher und in Potsdam aufgewachsen. Das Zimmer ist das schönste unserer bisherigen Reise und kostet nur 800 Baht, also rund 23 Euro. Um mein Glück perfekt zu machen, gibt es auch noch einen Pool!

Wildromantisch: Mae Hong Son

Am Morgen machen wir so weiter wie wir gestern aufgehört haben: Kraxeln an einem Wasserfall. Wir sind zur Trockenzeit hier und können gut durchs Flussbett balancieren. In der Regenzeit ist der Wasserfall sicherlich üppiger und der Fluss, in den er sich ergießt, reißender, so dass wir hier nicht gehen und stehen könnten.

Unsere heutige Route nach Mae Hong Son, der Ort dessen Name der Loop trägt, ist nur 70 Kilometer lang. Wie auch die Tage zuvor ist wenig Verkehr und die Straße in hervorragendem Zustand.

An einem Aussichtspunkt mit Bergblick treffen wir einmal mehr Ina und Jens aus Aachen. Wir haben uns vorgestern Abend beim Essen kennengelernt und laufen uns seither ständig über den Weg. Das ist schön, denn die beiden sind sehr sympathisch.

Und so nett, ein schönes Foto von uns zu machen.

Wenige Kilometer später empfängt uns die Provinzhauptstadt Mae Hong Son mit einem wuchtigen Stadttor.

Wir sind jetzt ganz in der Nähe von Myanmar. Durch die geografische Lage war Mae Hong Son lange Zeit eine der abgelegensten Provinzen Thailands und nur schwer zugänglich. Irgendwo habe ich gelesen, dass es eine Zeitlang sogar als „Sibirien Thailands“ bezeichnet wurde, da unliebsame Beamte hierher abgeschoben wurden.

Eine andere Geschichte erzählt, dass der König Elefantenjäger in diese Gegend schickte. Die eingefangen Elefanten wurden hier in Mae Hong Son dressiert und dann in die Hauptstadt verlegt.

Der Ort ist komplett von Bergen umgeben, die in etwa 1000 Meter hoch sind, bewaldet und ihn in mehreren parallel verlaufenden Ketten umschließen.

Sehr schön kann man dies vom Hausberg Doi Kongmu sehen. Natürlich ist er von mehreren Tempeln gekrönt und bietet zugleich einen fantastischen Blick runter auf die Stadt.

Zur Zeit des Sonnenuntergangs bilden sich die Konturen der Berge heraus und es liegt bereits  der typische Abendnebel in der Luft.

Mitten in der Stadt liegt der See Chong Kham. Besonders malerisch soll es sein, wenn sich die Lichter des Wat Chong Kham in ihm spiegeln. Ob wir das einfangen können?

Ja, können wir und ja, es ist sehr romantisch hier. Was der Romantik vielleicht ein wenig abträglich ist, ist die Musik, mit der die Szenerie beschallt wird: „Oh, Donau so blau“. Unfassbar. Aber vielleicht doch romantisch? Definitiv kitschig schön wird es dann zu den Klängen von Titanic. Da tun wir mal ein Bier drauf. Und leckeres Essen vom Nachtmarkt. Wir holen uns ein paar Kleinigkeiten von den verschiedenen Ständen und setzen uns an ein niedriges Tischchen am Ufer. Ohne Stuhl und ohne Schuhe. Ob wir da jemals wieder hochkommen?

Auf sanften Kurven durch den Dschungel

Lange hält sich der Morgennebel. Als ich um sieben aufwache, ist der Himmel grau und das Thermometer zeigt 17 Grad.

Erst um 10 Uhr schafft es die Sonne und rasch sind 22 Grad erreicht.

Heute ist unser zweiter Tag auf dem Mae Hong Son – Loop, eine 700 Kilometer lange Strecke durch die Bergwelt im Norden Thailands.

Da wir gestern Abend schon mitbekommen haben, dass es keine Cafés, die auf ein westliches Frühstück hoffen lassen, in der Nähe gibt, holen wir uns eingeschweißte Schokocroissants, Joghurt und Kaffee im 7/11-Supermarkt gleich nebenan und setzen uns damit auf die Veranda unserer Unterkunft.

Was ich zum ersten Mal sehe: einen Kaffeebeutel!

Es ist kurz vor Elf, als wir auf den Scooter steigen. Jede Etappe ist nur etwa 100 Kilometer lang, so dass wir genügend Zeit zum morgendlichen Trödeln haben.

Wir fahren auf einer Nebenstraße, die sich sanft durch das grüne Meer von Bäumen windet. Dieses langsame Gleiten durch den Monsunwald bei  immer wieder allerschönsten Ausblicken macht uns beiden großen Spaß.

Um das erste Spa-Angebot auf der heutigen Route zu nützen, ist es noch zu früh. Wir haben gerade erst geduscht und sind zu faul, uns schon wieder auszuziehen, um uns in die Badebecken des Quelltopfs zu setzen. Drei Frauen winken uns herbei, aber wir winken ab.

Stattdessen schauen wir uns mal wieder einen Tempel an. Da muss man nur die Schuhe ausziehen.

Das Mittagessen müssen wir uns heute schwer verdienen: Wir wollen bei einem anderen Tempel auf unserer Strecke ein Picknick machen. Dafür laufen wir zehn Minuten den Berg – und 366 Stufen (Achim hat sie gezählt) hoch.

Die Sonne steht jetzt senkrecht über uns, es hat an die 30 Grad, so dass wir die Besichtigung kurz halten und uns zum Picknick ein schattiges Plätzchen suchen.

Wir haben (außer Supermarktsandwiches) eine feine Auswahl hiesiger Früchte dabei: die hübsche pinkfarbene Drachenfrucht, die wir aufschneiden und deren weißes Fruchtfleisch mit den schwarzen kleinen Kernen auslöffeln. Erdbeeren aus der Region, deren Felder wir gestern und heute immer wieder gesehen haben. Und die leicht nach Karamell schmeckenden Saponillas, in die man einfach reinbeißen kann. Man muss nur auf die beiden hübschen Kerne im Innern achten.

Fehlt noch der Kaffee, den es ein paar Kilometer weiter mit Mega-Aussicht gibt.

Immer wieder halten wir am Nachmittag an, um die Landschaft zu bewundern. Ab und zu passieren wir ein Dorf, immer mal wieder gibt es Streckenabschnitte, auf denen wir Obst-und Gemüsefelder sehen. Einmal hat eine Gärtnerei einen Blumenpark angelegt.

Im letzten Abendlicht laufen wir durch den Wald zu kleinen Stromschnellen, kraxeln über schmale Bambusstege und balancieren über Steine. Hab ich’s nicht gesagt: Diese Reise verjüngt uns um zehn Jahre. 🤣

Auf den höchsten Berg Thailands

Der Wasserfall Wachiratan ist unser erster Stopp. In breiten Kaskaden fließt das Wasser nach unten.

Mit uns sind etliche, vor allem asiatische Touristen hier, die im Reisebus hergekommen sind.

Wir haben um kurz vor zehn heute Morgen unseren Scooter übernommen. Rasch noch zwei Fotos und schon  rollern wir los.

Die Stadt lassen wir schnell hinter uns und auf Landstraßen fahren wir Richtung Südwesten. Bei 25 Grad reichen Jeans und Pulli aus, der Fahrtwind ist angenehm. Die Straße ist in hervorragendem Zustand und es ist wenig Verkehr. Wir schnurren mit 50 bis 70 kmh dahin. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich bei Achim hinten drauf. Liveberichterstattung quasi. Auch zwischen den Ortschaften stehen Häuser und die Wohnbebauung hält an, bis wir nach knapp zwei Stunden den Nationalpark erreichen.

Wir sind jetzt im Doi Inthanon Nationalpark, der dank seiner gebirgigen Landschaft den  klangvollen Beinamen „Dach von Thailand“ trägt. Hier liegt auch der höchste Berg Thailands, der namensgebende Doi Inthanon mit 2.565 Metern Höhe. Ihn steuern wir als nächstes an.

Aber erstmal ist Mittagspause angesagt. Beim Wasserfall ist es uns zu trubelig und zu teuer, aber ein paar Kilometer weiter finden wir in einem Dorf ein Lokal. Es gibt leckeren Reis mit gebratenem Basilikum und Hühnchen bei idyllischem Ausblick.

Unser Roller hat sich schon auf 1000 Meter hochgeschraubt, Jetzt muss er nochmal ordentlich ran. Wir wollen schließlich hoch auf 2565 Meter.

Gleichmäßig windet sich die recht breite Straße in zahllosen schön zu fahrenden Kurven in die Höhe. Der Scooter schnauft, mal schafft er noch nicht mal die 30 kmh, aber letztlich bringt er uns zuverlässig den Berg hinauf – souverän von meinem Reisepartner gesteuert.

Dann sind wir oben. Wir stehen, so sagt es das Schild, auf dem höchsten Spot in Thailand.

Wir haben trotz des Dunstes einen fantastischen Blick. Zweierlei erstaunt mich sehr: zum einen, dass der Dschungel sich bis hier hoch zieht, zum anderen die Temperatur: es ist 18 Grad warm. Auf 2600 Meter. Ich war davon ausgegangen, dass es auf des Berges Spitze kalt sei und wir unsere Jacken bräuchten. Weit gefehlt.

Nach einer Weile starten wir wieder und lenken den Scooter ein Stück den Berg hinunter. Nach wenigen Kilometern kommt ein Parkplatz und zu Fuß geht es ein kurzes Stück durch den Wald zu zwei Pagoden.

Auch von hier genießen wir einen tollen Blick auf die bergige Landschaft.

Dann wird es spannend für die Beifahrerin. Um nach Mae Chaem zu kommen, wo wir heute Nacht schlafen, müssen wir rechts abbiegen und auf einer erheblich schmaleren und engkurvigeren Straße ins Tal fahren Jetzt gibt es auch mal Kehren und ich Bangbüx klopfe Achim immer mal wieder auf die Schulter, um ihn zu (noch) langsameren Fahren zu animieren.

„Wenn es geht halt mal an!“, bitte ich Achim, als ich rechts einen Blick auf „unseren“ Berg, den Doi Inthanon erspähe. Da oben waren wir! Von hier sieht man sogar die Pagode.

Am Abend frage ich Achim: „Wie war die Fahrt mit dem ungewohnten Scooter und der durchaus herausfordernden Bergstrecke für Dich?“ „Sehr schön! Das Verhalten des Rollers in den engen Kurven ist anders als beim Motorrad. Aber sonst spaßig und easy“.

Als wir von den Pagoden zum Roller gingen, hat er außerdem noch gesagt: „Was bin ich froh, dass ich mit Dir nach Thailand gefahren bin!“ Das wollte ich hören. 😄

Spaziergang durch Chiang Mai, die Rose des Nordens

Unser erster Weg nach dem Frühstück führt uns zu Chiang Mai Scooter Rental. Der Laden hat heute seinen ersten Tag unter neuer Leitung und wir gehören zu den ersten Kunden. Die Besitzerin und ihre drei Mitarbeiterinnen begrüßen uns strahlend. Nach einer Probefahrt mieten wir für 15 Euro am Tag eine Honda ADV mit 160 ccm für die nächste Woche. Achim macht eine Probefahrt und ist angetan. Der Roller hat erst 1000 Kilometer auf dem Tacho, gute Bremsen, gute Reifen. Hinter dem Beifahrersitz ist eine kleine Ablage, auf der wir unseren Rucksack befestigen können. Den anderen werden wir im Hotel deponieren.

Damit ist für morgen alles klar und wir machen uns auf, die Stadt zu erkunden. Sie ist umgeben von einer Stadtmauer und einem Graben aus der Zeit der Stadtgründung 1296. Wie andere Städte dieser Zeit wurde Chiang Mai nach traditionellen astrologischen und religiösen Prinzipien erbaut. Das bedeutet, dass jeder Aspekt der Stadtgestaltung, einschließlich Mauern, Toren und Gräben, darauf ausgelegt war, Geister und Götter zu besänftigen, damit sie die Stadt beschützen würden.

Die Altstadt ist gespickt mit Tempeln. „Hier gibt es so viel von allem“, sagt Achim.

Neben unzähligen Tempeln (laut Internet sind es 300 auf einer Fläche von eineinhalb Quadratkilometern) gibt es viele Touristen aus Asien, Amerika und Europa, Läden, Cafés, Restaurants, Hotels. Es gibt Massen von Massagesalons, Schneidereien, Marihuanashops, Geldautomaten, Kunsthandwerk und Ramsch. Die Leute gucken und kaufen, bis sie müde sind. Es ist quirlig hier, dabei sehr entspannt. Auch wir lassen uns treiben, shoppen ein bisschen, essen Mango sticky rice und Roti, suchen Geocaches und besuchen das Fotografiemuseum.

Kunstvoll geschnitzte Seifen

Köstliches Obst an jeder Ecke

Roti- (=Pfannkuchen) macher

Im Fotografiemuseum

Alles hergerichtet für die Fußmassagen

Am Abend gibt es Livemusik im Jazzclub The North Gate Jazz Co-Op. Schon auf der Straße hat sich eine große Traube von Menschen gebildet, drinnen ist die kleine Bar proppenvoll. Während in deutschen Jazzclubs oft die ältere Generation dominiert, sind es hier die Jungen. Ich glaube, wir sind die einzigen über 30. Trotzdem kriegen wir zwei Bier und eine Menge gute Musik auf die Ohren.

Im ersten Set spielen sieben junge Musiker ein schönes Repertoire zwischen traditional und Freejazz. Einer von ihnen sieht westlich aus, die anderen sind Einheimische.

Wir ergattern tatsächlich noch ein Plätzchen auf der Empore und können das zweite Set entspannt direkt über der Bühne genießen. Auch die neuen Musiker, diesmal sind es sechs, begeistern ihr Publikum mit ihrer Virtuosität und ihrer Spielfreude.

Es wird noch ein drittes Set mit wieder neuen Musikern geben, aber wir sind groggy und wollen ins Bett. Nächste Woche kommen wir wieder her.

Großes Wohlbehagen in Sukothai

Leise ziehe ich mich an und schlüpfe aus der Tür. Achim schläft noch tief und fest. Draußen ist es nachtdunkel, aber auf der Straße rührt sich schon was. Die Müllabfuhr und vereinzelte Autos und Mopeds sind unterwegs und an etlichen Ständen wird Frühstück angeboten, verschiedene Reisgerichte und Fettgebackenes.

Ich bin unterwegs zum Tra Phang Thong-Tempel, der inmitten des Sees liegt. Mein Ziel: dem Morgenrundgang der Mönche beiwohnen.  Aus dem Tempel dringt bereits ihr Gesang. Gegen sechs werden sie gemeinsam über die mit Laternen geschmückte Brücke gehen und das Essen einsammeln, das die Einheimischen  ihnen anbieten.

Seltsam nur, dass noch so wenig Menschen hier sind. Ich blicke auf die Uhr: viertel nach fünf. Oh nein, eine Stunde zu früh! Da habe ich vorhin die Augen wohl noch nicht richtig aufgehabt.

Ich kaufe erstmal Reis und Bananen für die Mönche, dann einen Kaffee für mich und setze mich ins Gras. Es dauert noch ein wenig, dann tauchen die ersten Frauen auf, die hübsch dekorierte Körbe für die Mönche bringen. Inzwischen sind auch Bastmatten ausgerollt, auf die sie sich setzen. Ich tue es ihnen gleich. Vor uns stehen niedrige Korbtische, auf die wir unsere Gaben legen.

Langsam färbt sich der Morgenhimmel rot.

Dann kommen die Mönche begleitet von Männern, die all das, was nicht in die Almosenschalen passt, tragen. Die Zahl der Einheimischen ist inzwischen um einige Touristen angewachsen.

Am Ende des Steges bleiben die Mönche stehen und singen einen Segen.

Ich möchte die Morgenstimmung weiter genießen und mache noch einen Spaziergang um den See.

Nach dem Frühstück leihen wir uns Fahrräder aus, um damit die Tempelanlagen zu erkunden.

Sukothai war zwei Jahrhunderte vor Ayutthaya die Hauptstadt des Landes. Innerhalb und außerhalb der alten Stadtmauern sind heute fast 200 Tempelruinen zu sehen, die seit 1991 zum Weltkulturerbe gehören.

Übersetzt bedeutet Sukothai „großes Wohlbehagen bewirkend“.

Der Ort wird heute als das erste thailändische Königreich angesehen. Wesentliche Grundlagen der hiesigen Kultur und Religion, Staats- und Gesellschaftsordnung entstanden in dieser Zeit, wie es heißt.

Die Buddhabildnisse aus dieser Phase gelten als die schönsten und reizvollsten in Thailand.

Der zweite König Sukothais, Ramkhamhaeng, soll gerecht und mit Großzügigkeit seinem Volk gegenüber regiert haben. So soll jeder Bürger die Möglichkeit gehabt haben, zum Palast zu kommen und eine eigens dafür eingerichtete Glocke erklingen lassen, um eine Audienz beim König zu erhalten und sein Anliegen vorzutragen.

Heute darf jeder dort läuten und auf Glück für sich und die Ihren hoffen.

Mit der Gründung Ayutthayas 1351 begann der politische und wirtschaftliche Abstieg Sukothais. Das einstige Königreich Sukhothai ging aber nicht einfach in Ayutthaya auf, sondern die beiden Traditionen verschmolzen in der Folgezeit.

Wir haben jetzt die meisten Sehenswürdigkeiten im Inneren des Stadtwalls gesehen und entdecken außerhalb die „Sukothai Fahrradroute“. Mal schauen, wo sie uns hinführt…

… zum Elefanten-Tempel…

… zu einem weiteren Buddha gigantischen Ausmaßes…

… und schließlich zu einem kleinen Kaffeestand mit so interessanten Kreationen wie Orange Americano.

Für heute haben wir genügend Tempel gesehen. Den Rest des Tages ruhen wir uns aus und kümmern uns später noch um die Bus- und Bahnverbindung für morgen: Wir reisen weiter nach Chiang Mai, 340 Kilometer nördlich von hier. Erstmal fahren wir mit dem Bus zurück nach Phitsanulok und dann weiter mit der Bahn. Gegen halb acht am Abend sollen wir laut Fahrplan in Chiang Mai ankommen. Wir werden erstmal zwei Nächte dort bleiben, um dann weiter in die Berge zu fahren.

Da ich das Bus- und Zugfahren schon zwei Mal hier im Blog beschrieben habe, werde ich mich erst übermorgen aus Chiang Mai wieder melden. Es sei denn, es geschähe etwas Außergewöhnliches.

Mit Bahn und Bus zur nächsten Königsstadt

Singend und lächelnd bieten die Frauen im Zug ihre Waren an. Wir haben für die fünfstündige Fahrt Richtung Norden keinen Reiseproviant eingepackt und können uns jetzt durchprobieren. Zuerst gibt es Pad Thai. Keine Ahnung, was außer Nudeln drin ist. Ich schmecke Fischsauce, sehe Sojabohnen und vermute Ei.

Dann kommt ein Mann mit Softdrinks in einem Eimer voller gecrashtem Eis vorbei und wir kaufen ihm eine Cola ab. Der Nescafé seiner Kollegin ist ebenfalls lecker, aber den Spitzenplatz der vormittäglichen Leckereien belegen die frischen Erdnüsse, die wir zum ersten Mal in unserem Leben essen. Innen sind die Hülsen noch ganz feucht, die Nüsse sind weich und schmecken leicht salzig.

Rechts von uns ist eine Ausbuchtung für zwei Waschbecken, in der die Händlerinnen ihre Ware deponieren. Es scheint einen Einheitspreis zu geben. Egal, was wir kaufen, wir zahlen 20 Baht, etwa 60 Cent.

Nur die Schokoladenkekse für Achim sind teurer. Die Packung kostet einen Euro. Schnell mal probieren. Och, na ja.

Die Händlerinnen fahren ein paar Stationen mit, dann steigen sie aus und die nächsten steigen ein. So ist für reichlich Abwechslung gesorgt.

Draußen zieht derweil die Landschaft an uns vorbei, Felder, oftmals Reis, kleine und größere Orte, Tempel, in der Ferne sehen wir einen riesigen goldenen Buddha, zu weit weg als dass ich ihn fotografieren könnte.

Wir fahren wieder dritter Klasse, die einzige, die es in diesem Zug gibt. Wenn es heiß wäre, könnte man die Fenster öffnen und die Ventilatoren anstellen. Heute haben wir aber nur 26 Grad und der Wagon ist noch angenehm kühl, obwohl alle Fenster zu sind.

Überhaupt mal ein paar Worte zum Thema Wetter: Bisher schien jeden Tag die Sonne und das Thermometer kletterte nicht über 30 Grad. Bei einer niedrigen Luftfeuchtigkeit von 40 Prozent ist das hervorragend auszuhalten.

Auch die thailändische Bahn ist nicht immer pünktlich und wir erreichen unseren Umsteigebahnhof Phitsanulok um 14 Uhr mit einer kleinen Viertelstunde Verspätung.

Hier müssen wir in den Bus nach Sukothai, unsere nächste Königsstadt, die wir morgen erkunden wollen, umsteigen. Aber zuerst gilt es herauszufinden, wo der Bus denn abfährt. „Busterminal 2. Take Tuktuk!“, ist die Antwort des Bahnbeamten.

Die Tuktukfahrerin winkt, 60 Baht, okay. Fix düst sie einhändig durch den Großstadtverkehr, die andere Hand braucht sie zum Telefonieren.

Am Busbahnhof angekommen laufen wir einer uniformierten Frau in die Arme, die uns sogleich unter ihre Fittiche nimmt. Im Handumdrehen sind wir im Besitz von zwei Fahrkarten und der Information, dass der Bus in zehn Minuten von der Plattform 10 startet. Zeit genug, einen Kaffee zu trinken und aufs Clo zu gehen. Das ist wirklich entspanntes Reisen. Wir sind mal wieder hin und weg.

Nach eineinhalb Stunden hält der Bus in Old Sukothai und mit einem deutlichen „Jou“ (so ein norddeutsch gedachtes Ja) werden wir als einzige Touristen zum Aussteigen aufgefordert. Bis zu unserem Hotel sind es zum Glück nur ein paar Gehminuten.

Vor dem Abendessen erkunden wir noch die nähere Umgebung, genießen und freuen uns über jetzt und auf morgen.

Auf dem Rad durch Siams alte Hauptstadt

Ayutthaya war von 1351 bis 1767 Hauptstadt des siamesischen Königreichs. Verschiedenen Berichten zufolge war es im 18. Jahrhundert eine der faszinierendsten Städte Südostasiens.

Die Ruinen der 1767 nach einem siamesisch – birmesischen Krieg zerstörten Altstadt sind heute als Geschichtspark geschützt und gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.

33 Könige haben von Ayutthaya aus das Land beherrscht und die Stadt zu unglaublichem Wohlstand geführt. In ihrer Glanzzeit hatte der Königssitz über eine Million Einwohner, war eine Metropole, London vergleichbar in seinem Glanz und seinem Einfluss.

Mit drei Königspalästen, 375 Tempelanlagen, 94 Stadttoren und 29 Forts konnte sich die Stadt damals schmücken. Portugiesen, Franzosen, Holländer, Briten und Japaner siedelten sich an. Der Handel florierte, Malerei, Literatur und Architektur erblühten. Ayutthaya war das kosmopolitische Handelszentrum mitten in Asien.

Vieles ist verfallen, zerstört, geplündert worden im Laufe der Jahrhunderte.

Und doch können wir auf unserer heutigen Radtour dem alten Glanz nachspüren und immer noch beeindruckt sein vom Nachhall dieser Epoche.

Mal ist es die Gesamtansicht, die fasziniert, oft ein Detail.

Ein Glück, dass wir die Fahrräder haben. Die Anlage ist fast 300 ha groß. Allerdings ist das Radeln hier auch nicht ohne. Auf den Hauptstraßen ist viel Verkehr, vom Auto über die Mopeds bis zum Elefanten. Der Linksverkehr muss auch beachtet werden.

Aber wir kriegen das hin und belohnen uns mit einem Süppchen zum späten Mittagessen.

Der floating market, den wir am Nachmittag noch besuchen wollen, entpuppt sich als Abzocke. Wir strolchen ein bisschen durch die Gegend, ich dringe durch einen Hintereingang ein, weil ich mir das Ganze kurz anschauen will, ohne 7 Euro Eintritt zu zahlen und sehe, was ich schon erwartet habe: nicht die Händler floaten sondern die Kunden. Sie werden in einem Boot an den Ständen vorbeigeschippert. Wenn jemand was kaufen will, wird kurz angehalten. Okay, kann man machen, brauchen wir jetzt nicht.

Zuguterletzt findet Achim noch einen Geocache, kaufen wir am Bahnhof unsere Zugtickets für morgen und verliere ich beim Backgammon – auch wenn das auf dem Bild ganz anders aussieht.

Mit dem Zug nach Ayutthaya

Eigentlich wollten wir erst den Zug um halb elf nehmen. Doch wir sind bereits gegen neun am alten Bahnhof Hua Lamphong. Achim besorgt die Fahrkarten, ich zwei Kaffee, zwei herzhafte Teile und ein süßes. Ich zahle das sechsfache von ihm. Unsere zweistündige Zufahrt in die alte Königsstadt Ayutthaya kostet für uns beide 30 Baht, einen Euro! Unfassbar.

Ein kleiner Sprint auf Gleis acht, der  Bahnsteigchef hat seine Fahne schon auf grün gedreht, aber der Lokführer sieht uns und ruft uns zu: „Quick! Quick!“ Und schon sind wir im Zug und setzen uns zu einer Frau, die, wie sie später erzählt, in Bangkok eine Freundin besucht hat und nun nach Hause fährt.

So macht Bahnfahren Spaß. Gemütlich zockelt der Regionalzug durch die Gegend, durch die geöffneten Fenster weht frische Luft hinein, die geöffneten Zugtüren tun das ihrige für eine angenehme Temperatur im Abteil, immer wieder kommen Frauen mit Körben beladen vorbei und bieten Essen und Trinken an: kandierte und frische Früchte, Würste, belegte Brote, Reisgerichte mit Ei, Gemüse oder Fleisch.

Erst nach einer Stunde Fahrt verlassen wir den Großraum Bangkok und kommen aufs Land.

Die Stimmung im Zug ist sonntäglich gemütlich, die Mitreisenden, vor allem Einheimische, plaudern miteinander, machen ein Nickerchen oder schauen aus dem Fenster so wie wir.

Auf die Minute um halb zwölf erreichen wir Ayutthaya.

Der Bahnhof liegt am Fluss Pa Sak. Mit einem kleinen Boot queren wir auf die andere Seite.

Für zwei Nächte haben wir uns in Siris Guesthouse einquartiert und unser Zimmer ist schon bereit für uns.

Dusche oder Mittagsschlaf brauchen wir nach der entspannten Anreise nicht, aber ein Mittagessen wäre jetzt fein. Mal sehen, was unser Viertel so zu bieten hat. Und damit kommen wir zur thailändischen Antwort auf Dubai-Schokolade: Roti Saimai.

(Sorry für den unscharfen Schnappschuss!)

Hauchdünne Pfannkuchen mit schwarzem Sesam gewürzt und mit Zuckerwatte gefüllt. Was es nicht alles gibt! Die Watte ist aus Rohrzucker und knackt, wenn man drauf beißt.

Um den Zuckerschock zu kompensieren und weil man beim Rotimacher nicht sitzen kann, kehren wir in einem Lokal am Fluss auf einen herzhaften Imbiss ein. Heute gibt es den Nachtisch mal vor der Hauptspeise.

Den Rest des Tages bummeln wir durch die Gegend, gehen Kaffee trinken, machen ein Nickerchen und holen uns in der Abenddämmerung einen Vorgeschmack auf die Ruinen der alten siamesischen Königsstadt, die wir morgen in Ruhe besuchen werden.

Beim Abendessen taucht die Frage auf, woher wohl der Begriff „siamesische Zwillinge“ kommt. Wir schauen bei Wikipedia nach:  Die Brüder Chang und Eng Bunker wurden 1811 in Siam geboren und waren an den Körperseiten miteinander verbunden. Nach dem Heimatland der beiden wurde dieses Phänomen benannt. Sie heirateten 1843 die beiden Schwestern Adelaide und Sarah Yates und hatten zusammen 21 Kinder. Lange reden wir wir darüber, wie ein solches Leben wohl gewesen sein mag.

Irgendwann muss ich aufs Klo und werde unschön an unsere Finnlandreise erinnert. Auch da habe ich auf den falschen Knopf gedrückt und wurde unfreiwillig geduscht…