Wir sind von Süd nach Nord, von Nord nach West und von West nach Süd unterwegs gewesen. Rund 2000 Kilometer mit Bahn, Bus, Scooter und Tuktuk. Jetzt sind wir den dritten Tag auf der Insel und bewegen uns kaum noch vorwärts.

Koh Sichang ist sieben Kilometer lang und knapp drei Kilometer breit. Private Autos gibt es hier nicht. Alle sind, wie wir auch, mit dem Moped unterwegs. Weil es so hügelig ist, sind Fahrräder kaum zu sehen.

Das Tempo, unser Tempo, verlangsamt sich und die Seele kann baumeln. Wir haben Muße, die letzten Wochen der Reise Revue passieren zu lassen. So viel haben wir erlebt. Alles ist gut gegangen. Wir sind gesund geblieben. Wir haben ein für uns neues Land entdeckt und schätzen gelernt. Zwei Inseltage liegen noch vor uns.

Als erstes schauen wir zum Hafen runter. Hier sind wir vorgestern zwar angekommen, hatten aber gar keine Zeit, uns umzuschauen, weil unser Gastgeber schon auf uns wartete.

Boote kommen und gehen, Tuktuk-Fahrer warten auf Kundschaft, Mopeds werden zum Verleih angeboten und Marktfrauen haben ihre Stände aufgebaut. Manche Fischer trocknen ihre Ware in der Sonne.

Wir hatten gehofft, hier ein Café fürs Frühstück zu finden. Da sind wir aber völlig fehl am Platz.
Gestern war es schon das schwierigste Unterfangen des Tages, ein westliches Frühstück aufzutreiben. Zur Not können wir heute natürlich dahin fahren, wo wir gestern Morgen unsere Spiegeleier gegessen haben. Aber wir wollen lieber etwas Neues ausprobieren. Das eine, vor dem wir anhalten, bietet heute nur Getränke aber keine Speisen an, das andere hat zu. Schließlich landen wir bei Pan & David und Rühreiern mit Käse. Besonders lecker ist der Kaffee aus der French press. Beim Frühstück können wir uns am schlechtesten an die Sitten anderer Länder anpassen. Reis oder Suppe taugen uns genauso wenig wie Espresso mit einem winzigen süßen Hörnchen.

Die Chefin hier spricht recht gut Englisch und wir nützen die Gelegenheit, sie nach den ganzen Frachtern zu fragen, die vor der Insel ankern. Sie haben Zucker, Kohle und Reis an Bord, erzählt sie. Wenn wir es richtig verstanden haben, ist das hier so eine Art Wartehafen für diese Güter, die später nach Bangkok gebracht werden. Die Schiffe liegen wie ein Riegel im Meer vor der Insel.

Am Strand ist heute erheblich mehr los als gestern. Klar, es ist Samstag. Und wir haben morgens ja auch die vielen Tagesausflügler gesehen, die mit dem Boot gekommen sind. Aber wir finden noch ein Plätzchen, direkt neben einem Herrn aus der Türkei,ein Seemann aus Izmir. Da kann ich meine frisch renovierten Türkischkenntnisse an den Mann bringen und ihm ein Ohr abkauen. Als wir vom Schwimmen wiederkommen, ist er weg. Ich hoffe, das liegt nicht an mir.

Irgendwann ist dann auch wieder gut mit dem Strand. Kaffee trinken wäre jetzt nett. Meinen nicht nur wir.

Er gehört zum Haus und darf sogar ins Café. Viele Hunde leben hier aber auf der Straße. Sie sind meist friedlich und werden, so ist unser Eindruck, von den Einheimischen mit Essensresten gefüttert.
Kaum habe ich Instagram (aus politischen Gründen – auch Zuckerberg sponsort Mr. T.) verlassen, kommen wir am Nachmittag per Zufall zu DEM Instaspot der Insel. Vor den Felsabbbrüchen und in der Höhle posen die Youngsters was das Zeug hält. Vorher stylen sich die Mädels, ziehen sich extra um bzw. aus. Bauchfrei und winziges Top sind angesagt.



Wenn Omi angeklettert kommt, reichen sie gern eine Hand und rufen ihr ein besorgtes „Be careful!“ zu. Ist nett, aber noch geht’s 😄.

Seitdem wir im Land sind, ist Wahlkampf. Überall hängen Plakate, Lautsprecherwagen fahren im ganzen Land durch die Straßen und machen Reklame für die Kandidatinnen und Kandidaten. Gewählt werden die Vorsitzenden und Mitglieder der Provinzverwaltung, die wohl ähnliche Aufgaben hat wie die Kreisverwaltungen bei uns. Heute ist Wahltag. Wir haben schon vormittags Wahllokale entlang der Straße gesehen. Als wir gegen sechs nach Hause fahren, erleben wir die Auszählung der Stimmzettel live: eine Urne steht auf dem Tisch, eine Person nimmt einen Stimmzettel heraus, reicht ihn einer anderen Person, die mit lauter Stimme vorträgt, wer auf dem Stimmzettel angekreuzt wurde. Eine dritte Person macht einen Strich auf einer großen Liste, die an einer Pinnwand hängt. Drumrum stehen interessierte Bürgerinnen und Bürger. Noch transparenter geht es nicht.


















































































































