Archiv der Kategorie: Glücklich auf 8 qm

Stromern durch Spanien

Uns steckt, wie wohl allen, der Krieg in der Ukraine in den Knochen. So viel Leid für nichts. Schrecklich und besorgniserregend. Wir sind noch in Frankreich, als wir früh morgens davon erfahren. Achims Blogbeitrag über den humorvollen Vogel an der Saarschleife ist zu diesem Zeitpunkt bereits seit Stunden veröffentlicht (er schreibt gern nachts).

In Sainte Sévère sur l’Indre drehte Jacques Tati 1947 den Film „Das Schützenfest“

Als wir uns Achims lang gehegten Wunsch erfüllen, das Örtchen Ste. Sévère sur l’Indre zu besuchen (hier drehte Jacques Tati seinen Film „Das Schüztenfest“), bekomme ich eine Nachricht von einem Freund.

Er mag unseren Blog nicht mehr lesen, weil er ihm angesichts des Krieges zu banal erscheint. Ich bin natürlich getroffen von seinen Worten. Aber was ist dran? Es würde nichts, aber auch gar nichts ändern, säße ich daheim auf dem Kanapée, würde mir die entsetzlichen Nachrichten anschauen und mit meinen FreundInnen diskutieren. Klar. Ist es vielleicht trotzdem unangebracht, über unsere Reise zu berichten, während in der Ukraine Menschen sterben? Und ist es eine Rechtfertigung, wenn ich darauf hinweisen kann, dass immer und nahezu  überall Kriege geführt werden und wurden – auch letztes Jahr, als wir in Island waren oder vorletztes Jahr, während wir in Spanien waren oder vor drei Jahren, während meines ersten Aufenthalts in Nepal? Oder ist das zynisch?

Ich will mir die Antwort nicht zu leicht machen. Die nächste Zeit wird zeigen, was sich richtig oder falsch anfühlt. Klar ist, ob in Deutschland oder Spanien, diese Zeiten bringen unfassbare Geschehnisse, die uns beeinflussen. So unfassbar übrigens wie jeder Krieg auf dieser Welt.

Am frühen Abend erreichen wir die kleine Stadt Auch in Südfrankreich, unsere letzte Etappe vor der spanischen Grenze.

Die nächsten vier Wochen wollen wir durch Spanien „stromern“, zunächst entlang des Stroms Duero Richtung Portugal, später dann entlang des Stroms Tejo. Ende März geht es dann weiter nach Mallorca, um die Katzen und das Haus einer Freundin zu hüten. Soweit mal der grobe Plan, soweit man derzeit überhaupt planen kann.

Die erste Übernachtung in Spanien legen wir in Zaragossa ein. Wir lassen es langsam angehen und verbringen den Abend im Bus. Die Stadt wollen wir uns am nächsten Tag anschauen.

Der Vogel hat Humor

Schön früh am Morgen singen die die Vögel im Wald oberhalb der Saarschleife. Insbesondere die Krähen machen richtig Lärm. Gut so. Die Sonne scheint schon am blauen Himmel über dem WoMo. Nach dem Frühstück wandern wir zum Aussichtsturm. Aussichtsturm am Baumwipfelpfad über der Saarschleife. Der Waldwipfelpfad ist noch geschlossen, wir sind quasi zu früh da. […]

Der Vogel hat Humor

22022022

Wir sind wieder unterwegs. Direktion Spanien. Achim erzählt, warum es so lange gedauert hat und wie unsere neue Reise startete.

22. Februar 2022 . So geschrieben ist es einfach ein Datum, als 22022022 sieht es doch irgendwie interessanter aus, oder ? Naja, wie auch immer. Es ist zumindest für uns ein schöner Tag, geht es doch nach langer Zeit endlich mal wieder auf Reisen. Gute vier Monate war ich nicht so richtig reisefähig, eine Achillessehnenoperation […]

22022022

Um 23 Uhr 30 legt die Fähre ab

Unsere Islandreise nähert sich dem Ende. Nun ist auch der Zwischenstopp auf den Färöern vorbei und wir stehen in der Schlange vorm Einschiffen.

Achim schreibt in seinem Blog über unseren letzten Tag auf den Inseln.

Nachdem es uns gestern auf der Suche nach einem Campingplatz auf die westlichste der großen Inseln, Vāgar, getrieben hat, müssen wir für die heutige Aktivität gar nicht anreisen. Unsere Wanderung beginnt in Miđvagur. Es sind vier Kilometer zum Felsen Trælanipa. Immer mit Blick auf den See Sørvagsvatn führt ein guter Weg über Wiesen (der Grundbesitzer […]

Um 23 Uhr 30 legt die Fähre ab

Kleine Rundfahrt auf den Schafsinseln

Der Wecker klingelt um 0 Uhr 45. Verschlafen wird das Rollo hochgezogen und wir staunen. Es ist dunkel draußen, das sind wir ja gar nicht gewohnt von Island! Kein Wunder ist geschehen, vor 14 Stunden ist die Norröna von Seydisfjörđur im Osten Islands ausgelaufen und erreicht nun Tórshavn, die Hauptstadt der Färöer. Føroyar heißen die […]

Kleine Rundfahrt auf den Schafsinseln

Bless bless

Genau vier Wochen waren wir nun auf der Insel und nun ist unser letzter Tag angebrochen. Wir stehen seit dem frühen Nachmittag auf dem gesteckt vollen Campingplatz in Seyðisfjördur. Morgen um 10 Uhr wird unsere Fähre von hier auslaufen.

Im Hafen von Seyðisfjördur

Da die allermeisten IsländerInnen sehr gut Englisch sprechen, haben wir so gut wie nichts auf Isländisch gelernt. Aber dass bless, bless (entlehnt von God bless you) Auf Wiedersehen heißt, haben wir mitbekommen. Und ja, das haben wir vor. Allein schon wegen der Nordlichter, aber auch um die Westfjorde zu bereisen, die wir diesmal ausgelassen haben. Und nochmal hier und da und dorthin, wo es uns besonders gut gefiel.

Ehe wir heute Morgen unseren Campingplatz bei den Papageitauchern verließen, habe ich mich auf dem Alfaborg (dem Elfenfelsen) noch bei der Elfenkönigin Borghildur für die Gastfreundschaft, die wir im ganzen Land empfangen haben, bedankt.

Alfaborg, der Sitz der Elfenkönigin Borghildur

Dann kamen die praktischen Dinge an die Reihe: Frischwasser aufnehmen, Abwasser entsorgen, Tanken, Gasflasche zurückgeben, Auto waschen (Hatten wir überhaupt schon mal geschrieben, dass man das hier an vielen Tankstellen umsonst machen kann?), Einkaufen.

Kostenlose Autowäsche an der Tankstelle

Auf dem Weg zur Fähre war der Bus auf der Piste nochmal richtig dreckig geworden.

Zwischendurch Schotter- und Matschpiste

Aber zwei Sehenswürdigkeiten gab es auch noch auf unserer kurzen Route von 100 Kilometern: die Hütte, in die sich der bedeutende isländische Maler Jóhannes S. Kjarval rund 20 Jahre lang regelmäßig zum Malen zurückzog. Seine beeindruckenden Landschaftsbilder, die wir zum Teil in Reykjavik im Museum gesehen haben, fertigte er zum großen Teil hier an.

Rechts die etwa zehn Quadratmeter große Hütte, links ein Bootshaus

Wir queren unseren letzten Pass und machen ein letztes Foto von einem isländischen Wasserfall.

Immer noch Schneereste auf einer Höhe von nur 600 m
Der Wasserfall Gufufoss

An den Tagen, ehe die Fähre nach Dänemark ausläuft, heißt es Zusammenrücken auf dem Campingplatz. Da es heute eh kühl und regnerisch ist, und wir nicht draußen sitzen können, stört uns das nicht.

Wir machen noch einen Bummel durch den netten Ort und besuchen an dessen Ende, einmal den Hügel hoch, das Kunstwerk Tvísöngur des deutschen Künstlers Lukas Kühne: fünf Betonkuppeln verschiedener Größe, die die Verwendung von Quinten in der traditionellen Volksmusik visualisieren sollen. Jede der Kuppeln hat ihre eigene Resonanz, die genau einem dieser fünf Töne entspricht. Mit dem Projekt soll die um die 2.000 Jahre alte polyfone Gesangsform vor dem Vergessen bewahrt werden. 

Bunte Gasse in Seyðisfjördur
Tvísöngur

Ein beschaulicher Platz, um eine kleine Bilanz dieser Reise zu ziehen:

Was hat uns am meisten begeistert?

– Die abwechslungsreiche ganz besondere Natur, in der Feuer und Eis, Berge und Meer die große Rolle spielen.

Dass wir die Papageitaucher aus nächster Nähe sehen konnten. Und die Goldregenpfeifer. Und die Bekassinen. Und die Rotschenkel…

– Die Badekultur

– Dass es nicht dunkel wird.

– Dass wir so ein Glück mit dem Wetter hatten!

– Dass wir so entspannt in unserem Bus herumreisen konnten.

Was würden wir vermissen, wenn wir längere Zeit hier leben würden?

– Gutes Gemüse und Obst

– Einfach mal irgendwo auf einen Kaffee oder einen Drink hingehen (entweder gab es nichts und/oder es war uns zu teuer)

– Dass es mal dunkel wird.

Wir fahren morgen noch nicht direkt nach Hause sondern machen noch einen Stopp auf den Färöer-Inseln, die zwischen Island und Dänemark liegen. „Laut einer Befragung von über 500 Reisefachleuten durch die Zeitschrift National Geographic Traveler im Jahr 2007 sind die Färöer die schönsten Inseln der Welt.“ (Reise Know How: Island. Färöer-Inseln)

Da sind wir mal sehr gespannt.

Auf zu den Färöer-Inseln

Möđrudalur und Borgafjörđur

Von ganz oben im Norden zu einem der östlichsten Punkte Islands. Den ersten Teil hatte ich hier beschrieben, von Raufarhöfn nach Möđrudalur. Dort, am Beginn eines alten Abschnitts der Ringstraße, ist ganz viel Landschaft und ein Dörflein mit Campingplatz. Der Ort ist Islands höchstgelegene, ständig bewohnte Siedlung, immerhin 485m hoch gelegen. Über diese Berge führt […]

Möđrudalur und Borgafjörđur

Am Meer entlang nach Süden

Das Meer heute ist blau, tief blau. Wie im Süden. Dabei sind wir noch ganz weit oben im Norden, als wir heute Morgen losfahren. Und es ist kalt. Dicke Hose, dicker Pulli. Kein Draußen-Frühstück. Aber das Meer hat heute Vormittag nicht die geringste Lust, einen grauen, wilden Nordatlantik zu geben. Spielt es Mittelmeer?

Etwas später hüllte es sich in Wolken und gibt sich geheimnisvoll.

Und gibt uns Rätsel auf: woher kommt dieses Treibholz? Es gibt ja in Island so gut wie keine Bäume. Jedenfalls nicht so große wie hier immer wieder am Strand liegen.

Der Bauer Guttormur Þorsteinsson hat das alles aufgesammelt und dem Pastor Hóseas Árnasonerbaut geschenkt. Davon konnte der eine Kirche bauen, die ihm sonst kein Mensch finanzieren wollte, die Gläubigen nicht und die Obrigkeit ebenso wenig. Aber so ist ja alles gut ausgegangen und wir stehen kurz nach Mittag vor dem schmucken Gotteshaus.

Es stammt aus dem Jahr 1845 und ist die älteste Kirche Ostislands.

Wenig später fröne ich nochmal der hiesigen Badekultur. Wir sind ja eh schon auf einer Nebenstraße und verlassen diese, um über eine noch kleinere Straße zu einem Schwimmbad zu fahren. Das Schwimmbecken und der Hotpot in Sélardalslaug werden von einer heißen Quelle gespeist und das Bad liegt idyllisch am Fluss. Was weiß der Reiseführer? Hier im Fluss haben schon Promis wie Prinz Charles und George W. Bush nach Lachsen geangelt. Ob Achim deshalb das Fotografieren am Fluss dem heißen Bad vorgezogen hat?

Das planmäßige Tagesziel, den kleinen Ort Vopnafjörður, erreichen wir bereits um halb vier. Zwar liegt der Campingplatz etwas erhöht mit Meerblick, aber im Vordergrund stehen große Hallen, die wohl der Fischverarbeitung dienen. Das finden wir nicht so schön und beschließen weiterzufahren.

Es zieht uns jetzt doch nochmal ins Hochland. Möðrudalur hat einen Campingplatz und ist viel gelobt. Schon die Fahrt dorthin ist ein Genuss.

Es ist ziemlich viel los hier, aber wir finden ein ruhiges Plätzchen mit Weitblick.

Hier gibt es den höchstgelegenen Bauernhof Islands, ein hübsches Café, ein Kirchlein und ein paar Torfhäuser. Sehr hübsch alles.

Ob wir morgen die acht Kilometer Piste, die wir hergekommen sind, zurückfahren, um dann in einem Bogen, aber asphaltiert, wieder auf die Ringstraße zu kommen, oder aber 42 Kilometer Schotterweg nehmen, wissen wir noch nicht. Bisher kam noch kein WoMo aus der Richtung.

Ganz viel Wasser

Was für ein Gegensatz! Wir frühstücken auf einer grünen Wiese an einem Bach. Es ist der Campingplatz Grimsstađir an der Ringstraße, hier beginnt die Piste mit der Straßennummer 864 nach Norden zum Dettifoss. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob wir die 28 Kilometer Ruckelei zum Wasserfall und weitere 25 zur nächsten asphaltierten Straße nehmen […]

Ganz viel Wasser

Kunst in Grundafjörđur, Snæfellsnes, Island

Vor etwa einer Woche hatten wir Grundarfjörđur auf der Halbinsel Snæfellsnes im Westen Islands besucht. In Achims Blogbeitrag findet sich das obige Bild. Wir hatten uns den Sonnenuntergang kurz nach Mitternacht angeschaut und auf dem Rückweg zum WoMo dieses Kunstwerk neben der Kirche gefunden. Auf Achims Anfrage nach Informationen zu diesem Kunstwerk hat die Stadtverwaltung […]

Kunst in Grundafjörđur, Snæfellsnes, Island