Heute möchte ich Euch von Sijumane erzählen. Dies ist nicht ihr richtiger Name. Ich nenne sie so, um ihre Privatsphäre zu schützen. Aus demselben Grund werde ich hier auch kein Foto von ihr veröffentlichen. Stattdessen gibt es ein paar Stimmungsbilder vom Phewasee, an dem wir jeden Tag spielen, spazierengehen oder ausnahmsweise – wie heute – mit dem Boot zur Insel fahren (für drei der Kinder war es die erste Bootsfahrt ihres Lebens).
Sijumane ist eines der älteren Mädchen hier im Kinderheim. Sie wird bald mit der Schule fertig sein und im Herbst ein Managementstudium an der Uni aufnehmen. Dies wird vom Rainbow Childrens Home finanziert. Sie unterstützt uns, wenn wir unsere Ausflüge machen. Im Bus oder im Boot ist sie die Letzte, die ein- und aussteigt, umsichtig und verantwortungsbewusst.
„You are my mum!“ , sagte sie gestern zu mir und schmiegte sich an mich.
Und dies ist ihre Geschichte: Vor vielen Jahren stürzte ihr Vater einen Berg hinunter, als er an einem Steilhang Gras für die Tiere schnitt. Er brach sich die Wirbelsäule. Um die Behandlung zu bezahlen, verkaufte seine Frau das gesamte Hab und Gut: Häuschen, Land und Tiere. Nach neun Monaten starb der Vater und die Mutter fiel in eine tiefe Depression. Sie war nicht mehr fähig, sich um ihre Kinder zu kümmern. Immer öfter verschwand sie für Tage, wanderte herum, schlief in den Feldern, manchmal ohne einen Fetzen am Leib.
Glücklicherweise erlaubte der neue Hausbesitzer den Kindern, dort zunächst wohnen zu bleiben. Aber um Essen mussten sie bei den Nachbarn betteln. Wild und ums Überleben kämpfend waren die Kinder, als Goma Dhakal, die von den Nachbarn informiert worden war, sie fand. Sijumane versteckte sich und warf Steine nach ihr.
Rainbow Childrens Home hat diesem Mädchen offenbar sehr gut getan. Sie ist offen, fröhlich und warmherzig und wird aller Wahrscheinlichkeit nach, ihren Weg machen. Ich drücke ihr alle Daumen dafür. Und freue mich übrr mrine neue Wahlverwandtschaft.
































Und so haben wir mit geballter Kraft und Umsicht einen ersten Ausflug mit zwölf Kindern zum Phewa – See gestartet. Das ist nicht sehr weit vom Heim entfernt. Einmal die Straße runter, vorbei an bunten Häusern und kleinen Geschäften bis zur Touristenmeile am See, in der es nur noch Cafés, Treckingläden, Andenkenshops und Restaurants gibt. Na gut, auch noch ein paar Simcard-läden, Wechselstuben und Supermärkte. Dann links und rechts und schon sind wir da. Es gibt hier keinen Spielplatz, keine gepflegte Grünanlage, aber den See, Boote (in die man sich auch mal setzen darf, wenn sie am Ufer liegen), Steine, Paraglider – viel Spannendes also zum Beobachten und Tun.
Nein, ich weiß nicht ob ob diese Schlange hier heimisch ist und will es auch gar nicht wissen.

Die Diskussion um die Modalitäten der Spendenübergabe zieht sich. Erstmal müssen alle wesentlichen Personen wie Bürgermeister, Ortsvorsteher, Stammeschef und ähnliche anwesend sein. Dann darf auch der Polizeichef nicht fehlen. Nach einer guten Stunde kommt Bewegung in die Angelegenheit. Wir fahren los.
Vor Ort werden wir auf einen großen sandigen Platz gelotst. Bald sind wir umringt von neugierigen Erwachsenen und Kindern. Die (Polizei -) beamten