
Wach werden am Fluss und (mit der Drohne) Aussicht auf die Höhlen von Uplisziche genießen. Die Sonne meint es so gut mit uns, dass wir wieder einmal draußen frühstücken können.
Gerade ist der Tisch gedeckt, als sich eine Kuhherde auf ihrem Weg zu besseren Weidegründen neugierig nähert, uns aber ignoriert und vorbeizieht.

Heute ist die Georgische Heerstraße unser Ziel, eine 200 Kilometer lange Fernstraße im Großen Kaukasus, die das Gebirge zwischen Russland und Georgien durchquert. Auf dem Kreuzpass erreicht sie dabei eine Höhe von 2382 Metern. Sie gilt als eine der spektakulärsten Bergstraßen der Welt.
Wir wollen aber nur ein Stück in sie hineinschnuppern: etwa 40 Kilometer bis zum Stausee und dann in ein Seitental abbiegen, von dem Achim gelesen hat, dass es zu den unberührtesten des Gebirges zählt.
Vorher schauen wir uns bei Mzcheta noch die Kirche Dshwari an, die hoch oben auf einem Bergrücken thront und als eines der vollkommensten erhaltenen Werke frühgeorgischer Baukunst gilt.

Eine gut ausgebaute Straße führt uns in Serpentinen in die Höhe und die Aussicht von hier oben ist ein großartiger 360 Grad-Rundumblick. Die beiden größten Flüsse Ostgeorgiens, der Mtkwari und der Aragwi fließen hier zusammen.

Zehn Kilometer weiter nördlich stoßen wir auf die berühmte Heerstraße und sind erstmal perplex: so viel Verkehr, jede Menge Geschäfte, auch die großen Burger-Brater sind vertreten. Großraum Mzcheta oder Hauptverbindungsstraße nach Russland? Immerhin spitzen langsam die ersten hohen Berge heraus. Dann nimmt auch der Verkehr ab und es wird ruhiger.

Am Stausee biegen wir rechts ab. „Inmitten gewaltiger Bergriesen leben in kleinen Bergsiedlungen aus altertümlichen Bauten die Chewsureten, ein kleines Volk, das seine alten Volkslieder und Legenden nicht nur nicht vergessen hat, sondern sie bis auf den heutigen Tag lebt“, ist in unserem 15 Jahre alten Reiseführer zu lesen. Letzteres können wir nicht beurteilen, die altertümlichen Bauten sind allerdings neuen, hübschen Einfamilienhäusern gewichen.

Wir fahren bis ins Dorf Chargali. Hier befindet sich ein Museum für einen der bedeutendsten georgischen Schriftsteller Wascha-Pschawela. Es beherbergt über 2.000 Exponate, darunter Erinnerungsstücke an das Leben und Werk des Dichters, Ausgaben seiner Gedichtsammlungen aus verschiedenen Epochen, Gemälde, Grafiken und Skulpturen, die ihm gewidmet sind.

„Ein großes Museum in so einem kleinen Dorf“, sage ich erstaunt zu einer der drei Frauen, die vor dem Museum sitzen. „Ein großes Museum für einen großen Mann“, erwidert sie.

Leider ist alles nur auf Georgisch beschriftet, so dass wir wenig verstehen. Etwa, wer dieses tolle Bild von Wascha-Pschawela gemalt hat.

Im Netz findet Achim ein Gedicht des Schriftstellers. Keine Ahnung, worum es geht, aber es schaut sehr schön aus.

Wir wenden und fahren die Straße am Fluss zurück aus dem Tal auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz. Der ist zum Glück bald gefunden – und abermals einer, der mein Herz höher schlagen lässt.

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