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Ich war noch nicht überall,aber es steht auf meiner Liste

Umzingelt

Noch vor Sonnenaufgang schlüpfe ich in Leggings, Jeans, zwei Pullis, Winterjacke, Mütze und Handschuh, schnappe mir Kamera und Fernglas und verlasse leise den Bus. Ich habe den Eindruck, alles schläft noch, außer mir, ein paar Flamingos und den Kranichen. Die trompeten schon eifrig in den kalten Februarmorgen hinein, fliegen kurz mal auf, schütteln ihr Gefieder, lassen sich dann aber wieder nieder. Auch als bald darauf die Sonne aufgeht, werden sie nicht lebhafter. Vielleicht ist ihnen noch zu kalt.

Ich verziehe mich in die Wärme des Busses, setze Kaffeewasser auf, mache Frühstück. Heute können wir uns Zeit lassen, weil wir hier an der Laguna de Gallocanta einen Ruhe- und Genusstag einlegen. Wir haben jetzt 2000 Kilometer zurückgelegt, 900 sind es noch bis zum Fährhafen in Algeciras. Zeit genug also, da wir erst in fünf Tagen nach Marokko übersetzen wollen.

Im Bus ist es gerade so richtig gemütlich, wir klönen virtuell mit fernen Freunden, der Kaffee und das spanische Nussbrot mit Eichsfelder Mettwurst aus Achims Heimat sind lecker, das tägliche Wordle ist gelöst, als das Vogeltrompeten draußen immer lauter und lauter wird. Wir öffnen unsere Tür, blicken zum Himmel und erleben ein Kranichspektakel vom Allerfeinsten. Aus allen Richtungen fliegen sie herbei, bilden Formationen, trennen sich wieder, kommen zu neuen Gruppen zusammen. Und das begleitet von dem für sie typischen lauten Tröten. Tausende von Vögeln fliegen um uns herum, wir kommen mit dem Schauen fast nicht nach. Umzingelt von Kranichen, endlich mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Nach fast einer Stunde machen wir uns,  immer noch von den Trompetenrufen begleitet, auf zu einer kleinen Wanderung. Auf der gegenüber liegenden Seite der Lagune steht eine Klause auf einem Hügel, die wir besuchen wollen. Auf einem Feld rechts von uns erspähen wir eine große Gruppe Geier, die sich über ein Stück Aas hermachen. Ansonsten dominieren die Kraniche die Luft.

Wie erwartet ist an der Klause kein Mensch, die Sonne scheint und flugs pelle ich mich aus meiner zweiten Kleidungsschicht. Eine Runde Turnen mit Frau Fastner, das ist es, worauf ich nach der ganzen Fahrerei der letzten Tage jetzt Lust habe. Gabi Fastner und ich turnen, YouTube sei Dank, seit rund einem Jahr fast täglich zusammen. Normalerweise in unserem Wohnzimmer, heute mit fantastischem Blick auf die Laguna de Gallocanta.

Achim sondiert derweil die Gegend und entdeckt ein Stück den Sandweg runter  eine weitere Hütte für die Vogelbeobachtung. Mit Parkmöglichkeit. Also parken wir am Nachmittag um und stehen nun leicht erhöht mit noch besserem Blick auf die Lagune.

Die Sonne scheint, aber es hat nur 5 Grad. Mir ist es zu kalt, um die ganze Zeit draußen zu stehen. Achim ist hart im Nehmen, bleibt draußen und kann sich immer nicht entscheiden, ob große Kamera, kleine Kamera, Spektiv oder Fernglas das Instrument der Wahl ist. Ich throne im Bus, genieße von hier aus die tolle Aussicht und kann im Warmen der Sonne beim Untergehen zuschauen.

Hier kommt Ihr zu Achims Blogbeitrag, in dem er den heutigen Tag beschreibt.

Von einem Kranich-Spot zum Nächsten

Wir haben Spanien erreicht. Achim schildert in diesem Blogbeitrag unsere Fahrt von Bordeaux zur Laguna de Gallocanta.

Auf unserer Fahrt kommen wir an vielen Gewässern vorbei. An einem See eine schöne Pause machen, eine Stadt besuchen, durch die ein Fluss fließt oder an einer Lagune auf Kraniche hoffen. Mein (Schul-)Französisch ist leider miserabel. Aber ich mag die Sprache ! Au bord d´eaux kann man wohl sagen für Am Rande von Gewässern. Gestern […]

Von einem Kranich-spot zum Nächsten

Stippvisite in Bordeaux

„Ihr müsst Euch unbedingt die Cité du Vin ansehen“, rät unser Schwager per WhatsApp, als wir gerade vorm Opernhaus in Bordeaux stehen. Endlich bin ich mal hier. Irgendwie habe ich es trotz etlicher Frankreichaufenthalte noch nie geschafft, Bordeaux zu besuchen. Heute ist es soweit, auch wenn es nur eine Stippvisite wird. Schließlich sind wir nur auf der Durchreise. Am Ende unseres Besuches, so viel sei schon verraten, wird klar sein: Bordeaux kommt auf die Liste (der noch einmal ausführlicher zu besuchenden Orte).

Die Cité du Vin also. Mal googeln. „Seit Juni 2016 kann sich Bordeaux mit einem zeitgenössischen Monument schmücken, welches sich einzig dem Thema Wein widmet: der Cité du Vin. Auf dem Ranking von National Geographic steht es auf Platz 7 der weltweit besten Museen.“ Und Wikipedia schreibt: „Die Cité du Vin ist ein französisches Tourismusprojekt,  das ein Weinbaumuseum und einen Freizeitpark zum Thema Wein verknüpft und in einem spielerischen Ansatz die olfaktorische und gustatorische Wahrnehmung ansprechen soll.“ DAS spricht uns nicht an und wir entscheiden uns gegen einen Besuch.

Was wir erst am Nachmittag lesen, nachdem wir die Stadt schon verlassen haben: „Die Architektur von Anouk Legendre und Nicolas Desmazières (XTU), die an die Bewegung des Weines in einem Glas erinnert, ist gewagt, der Standort in dem im Wandel begriffenen Stadtteil Bassins à Flot bedeutungsvoll. Wie Bilbao mit seinem Guggenheim und Sydney mit seiner Oper besitzt auch Bordeaux ein modernes, auf sein Vorzeigeprodukt Wein verweisendes Wahrzeichen.“ Mist. Wir hätten es uns zumindest von außen ansehen sollen. Nächstes Mal! Immerhin erhaschen wir auf der Fahrt zu Darwin einen kurzen Blick aufs Ensemble.

Darwin ist ein anderes spannendes Projekt in Bordeaux, auf das wir zufällig im Internet gestoßen sind: ein alternatives und innovatives urbanes Ökosystem in einer ehemaligen Kaserne, die nachhaltig restauriert wurde.

Es zieht viele verschiedene Projekte und BesucherInnen an: Von Skateboard Fahrern und Streetart-Enthusiasten bis hin zu Unternehmern der grünen Wirtschaft, Elektro-Musik-Fans, Verfechtern der biologischen Vielfalt und Sonntagsbrunchern ist für jeden etwas dabei. Darwin ist ein Ort, der lebendig ist: Die Menschen arbeiten hier, aber sie kommen auch hierher, um zu Mittag zu essen, etwas zu trinken, zu bummeln, Bücher zu lesen, Straßenkunst zu entdecken, Kinder können freispielen und sogar Tiere werden hier gehalten.

Ansonsten lässt es sich in Bordeaux vortrefflich durch die Gassen und großen Boulevards bummeln. Es gibt viele schöne Einkaufsstraßen, Cafés, Restaurants, Prachtbauten, alte Bürgerhäuser, Museen, Theater.

Entspannt lässt es sich am Ufer der Garonne entlang schlendern.

Wir kosten die feinen Canelés, guglhupfförmige kleine Küchlein, innen weich, außen knusprig mit einem Spritzer Rum und einem Hauch Vanille gewürzt.

Berühmt ist auch die Place de la Bourse, von der man mithilfe des miroir d’eau (Wasserspiegel) wunderbare Aufnahmen machen kann. Aber ach, im Winter gibt es hier kein Wasser auf dem dafür vorgesehenen Terrain. Die tollen Fotos können wir nicht machen, aber ein Behelf fällt uns dann doch noch ein.

Es geht schon auf halb fünf, als wir Bordeaux verlassen und uns auf den Weg nach Morcenx machen. Dort gibt es das Naturschutzgebiet von Arjuzanx, in dem sich aktuell ein paar tausend, na was wohl, Kraniche natürlich, aufhalten. Da müssen wir doch mal vorbei schauen.

Und diesmal haben wir Glück: schon als wir den Bus neben dem Beobachtungsturm parken, hören wir das markante Grugru der Kraniche.

In großen Formationen ziehen sie über uns hinweg, um etwa 800 Meter von uns entfernt auf ihrem Schlafplatz zu landen. Mit bloßem Auge sind sie vom Beobachtungsturm aus nicht zu erkennen, mit dem Fernglas kann man sie sehen, wenn man weiß, dass sie dort sind. Unsere Kameras können sie natürlich auch nicht erfassen.

Das macht nichts. Das Grugru und die Vogelformationen bieten gerade alles, was das Herz begehrt.

Vom Kanal zur Kunst

Die Sonne erscheint gerade hinter den Häusern von Montbouy auf der anderen Seite des Kanals, an dem wir die Nacht verbracht haben. Eva ist schon unterwegs, die Dorfbäckerei ist nur 150 m entfernt. Es erschien mir ja nicht möglich, aber auch diese Boulangerie ist geschlossen. An der Ladentür aber hängt ein beruhigender Zettel : frisches […]

Vom Kanal zur Kunst

Zwei Seen und ein Kanal

Auch Achim bloggt mal wieder :-). Hier seine Schilderung vom zweiten Tag unserer Anreise.

Die gestrige Nachtfahrt über teils kleine Straßen (die ich nochmal bei Tageslicht fahren möchte) führte uns zu dem schönen Stellplatz am See des Örtchens Walscheid am nördlichen Rand der Vogesen. Wie wir uns freuten den letzten freien Stellplatz zu bekommen – der auch noch quasi direkt am Wasser liegt! Für den Blick am Morgen bin […]

Zwei Seen und ein Kanal

Am ersten Tag schon ausgebremst? Turbulenter Start

Zwei Monate Marokko liegen vor uns und die Lust aufs wieder unterwegs sein, die Neugier auf alles, was wir in den kommenden Wochen erleben werden, ist riesig. In den letzten Tagen zuhause war Bus packen und Haus organisieren angesagt, vor allem aber Abschied nehmen von Familie und FreundInnen.

Heute Morgen um zehn rollen wir schließlich aus dem Weidenweg. Es geht los, Achim! Give me five!

Die ersten 220 Kilometer  sind auf einer recht leeren Autobahn schnell abgefahren und gegen halb eins erreichen wir kurz vor Stuttgart unser erstes Etappenziel: die Hälfte unserer heutigen Strecke, Fahrerwechsel. Aber erstmal Kaffee kochen und dabei noch einen leckeren Kuchen von der Freundin genießen.

Aber was ist das? Es kommt kein Wasser aus dem Hahn. Was ist los? Achim! Hilfe! Achim diagnostiziert: unsere Wasserpumpe ist kaputt. Wieso? Warum? Das darf doch nicht wahr sein!

Und jetzt sag ich Euch was. Unterschätze im WoMo niemals etwas und sei es noch so unscheinbar. Wahrscheinlich war es so: Der Hebel vom Wasserhahn in der Küche war ein bisschen geöffnet. Das kann leicht passieren, wenn man die Abdeckung vom Waschbecken öffnet – was ich getan habe, als ich den wunderbaren Reisekuchen einer Freundin dort hinein gestellt habe. Gleichzeitig habe ich Strom angemacht, damit ich Licht hatte. Strom und geöffneter Wasserhahn signalisieren der Wasserpumpe: arbeite! ABER: Da war noch kein Wasser im Tank und die Pumpe läuft heiß und geht kaputt. So ein Ärger! Also Planänderung.

Aber erstmal Kaffee und Kuchen. Gut, dass wir auch Mineralwasser an Bord haben.

Nun der neue Plan: Anstatt heute bis Frankreich an den kleinen See bei Walscheid in Lothringen zu fahren,  suchen wir uns einen großen Caravanhändler in Malsch südlich von Karlsruhe. Der bietet netterweise sogar einen Stellplatz für WoMos an. Damit stehen wir Ausgebremsten in der Poleposition: Morgen früh um acht fragen wir mal, ob sie uns eine neue Pumpe einbauen können.

Den Rest des Nachmittags hängen wir im Bus ab. Zum Spazieren gehen ist das Wetter zu eklig, feucht, windig, kalt. Also bleiben wir drin, schmökern im Reiseführer, spielen Tavla, setzen Wasser für die Spaghetti Carbonara auf. Das Wasser hierfür zapft Achim hinten direkt am Wassertank ab.

„Ich muss mal was gucken“, sagt Achim, während sich der Duft der Carbonara im Bus verbreitet und verschwindet unterm Lenkrad. Die Sicherung! Wir haben mittags nicht wirklich die Sicherung der Wasserpumpe überprüft! Aber jetzt. Wir haben tatsächlich eine Ersatzsicherung im Fahrzeug, rein damit, Test – Wasser läuft! Nicht zu fassen. Wir freuen uns riesig, schütteln den Kopf über uns selbst, über dieses Chaos und lassen uns dann erstmal das Abendessen schmecken.

Es ist erst acht und wir sind uns schnell einig, die eineinhalb Stunden bis zum geplanten Stellplatz in Frankreich jetzt noch zu fahren. So ein Durcheinander!

Abenteuer auf Reisen sind halt nicht nur Kamele gucken und Wüsten entdecken.

Marokko in der Steiermark

Als wir heute Morgen aufwachen, klopft der Regen aufs Dach. Das erste Mal auf dieser Reise. Was hatten wir diesmal für ein Glück mit dem Wetter! Auch heute stört uns der Regen nicht, denn als erstes gehen wir ins Schwimmbad und in die Sauna. Entspannen und hübsch machen für heute Abend.

In Kalsdorf bei Graz gibt es ein gemütliches kleines Familienbad. Ja, so was ähnliches wie bei uns daheim. Noch etwas kleiner. Das Schwimmbecken teilen wir uns mit sechs Kleinen und ihrer liebevollen Schwimmlehrerin. Die Sauna hingegen ist voll. Stammgäste. Jeder kennt hier jeden und der Aufguss wird abwechslungsweise gemacht.

Am Nachmittag geht es weiter nach Kapfenstein, wo wir unterhalb des Schlosses einen Übernachtungsplatz im Wald vom letzten Mal kennen.

Und dann heißt es „Marokko mon amour„. Unterhalb des Schlosses in Kapfenstein gibt es den Weinkeller des Weingutes Winkler-Hermaden, das ab heute Schauplatz für eine spannende Ausstellung ist: Teppiche aus Marokko, Malerei und Kunsthandwerk.

Die Organisatoren Viktoria Zöhrer-Vogt und Prof. Wilfried Stanzer kennen wir seit vielen Jahren. Mit Wilfried waren wir zweimal zu wunderbaren Reisen in Marokko. Unser Haus beherbergt mehrere Teppiche aus seinem Projekt im Hohen Atlas. Vor mehr als 25 Jahren hat er erforscht, auf welche Weise dort früher die Wolle mit Naturmitteln, vor allem Pflanzen, gefärbt wurde. Schließlich hat er sich im Bergdorf Amassine niedergelassen und ist gemeinsam mit den Einheimischen in die Herstellung von Teppichen nach traditioneller Machart eingestiegen. Einen guten Teil der Kundschaft bilden die Reisenden, mit denen er mehrmals im Jahr durch Marokko zieht und die er auch ins Projektdorf bringt.

Außerdem organisieren er und seine Kollegin Viktoria zwei Ausstellungen im Jahr in der Steiermark. Grund genug für uns, wieder einmal hierherzufahren und die Freunde wiederzusehen.

Morgen treten wir dann die Heimreise an. Aber erst verbringen wir noch eine Nacht im Wald in vollkommener Stille. Morgen Früh dann noch auf einen Ratsch in die Ausstellung, dann fahren wir direkt nach Hause.

Nachtrag: Vor dem Frühstück lässt Achim noch die Drohne für ein paar herrliche Bilder steigen.

In der Steiermark

Der „Arbeitstitel“ unserer Herbsttour in den Süden war Steiermarken. Letzte Woche in den Marken sind wir nun in der Steiermark angekommen.

Von Venedig aus haben wir einen 400 Kilometer Sprung nach Nordosten gemacht und sind am Abend in Stainz, einem kleinen Ort im Land des Schilcher angekommen. Diese Weinspezialität der Weststeiermark mussten wir gleich noch verkosten.

Am Morgen haben wir von unserem Stellplatz aus einen schönen Blick auf die Burg.

Nach dem Frühstück holen wir die Räder vom Bus und machen uns auf die „Schilchertour“. Dem E-Bike sei dank ist es für mich kein Problem, die 900 Höhenmeter mit teils 16 Prozent Steigung durch die Weinberge zu radeln. Für Achim, der nach wie vor sein eigener Motor ist, ist die Strecke anspruchsvoll. Mit fünf bis 50 kmh strampeln wir hoch bzw. sausen hinab. Um uns herum Weinberge, Äcker, von denen die Kürbisse abgeerntet sind, Buschenschanke, Bauernhöfe, in denen Kürbiskernöl, Kastanien, Honig, Sturm und Schilcher verkauft werden.

Gut, dass man die Reserven auffüllen kann.

Am Abend widmen wir uns dem Genussschilchern (eine Wortkreation des hiesigen Tourismusverbands). Wir radeln zum nächstgelegenen Buschenschank. Bald stehen die Brettljause und der Schilcher auf dem Tisch.

Zum krönenden Abschluss gibt es „Spagat-Krapfen“. 🤔

Zur Biennale nach Venedig

Wir sind noch knapp 90 Kilometer vor Venedig und es ist Biennale. Wir waren schon lange nicht mehr dort und während der Biennale noch nie. Jetzt freuen wir uns über die gute Gelegenheit.

Für unseren Bus haben wir einen Stellplatz in Punta Sabbioni, gegenüber vom Lido, ausfindig gemacht. Von hier aus können wir mit dem Vaporetto in die Stadt fahren.

Viele der internationalen Pavillons sind in den Giardini untergebracht, an denen wir mit dem Boot vorbeifahren.

Wir nähern uns dem Markusplatz und ich entdecke aufs Neue, wie schön es hier ist.

Zuerst wollen wir aber ein bisschen Kunst entdecken. Zur Biennale bitte rechtsrum.

Sie findet seit 1895 zweijährlich statt und ist damit die älteste Biennale und die älteste internationale Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Der Hauptschauplatz sind die Giardini im Stadtteil Castello, wo sich 28 Länder in ihren nationalen Pavillons präsentieren.

Bis uns die Füße weh tun und wir auch nichts mehr aufnehmen können, laufen wir von Pavillon zu Pavillon.

Hier ein kleiner Ausschnitt:

Sapmi, das Land der Samen, ist offiziell kein anerkanntes Land bzw. Nation (was eigentlich Voraussetzung ist, um einen Pavillon bespielen zu dürfen). Diesmal haben die skandinavischen Länder (Schweden, Norwegen, Finnland) auf ihre Anwesenheit verzichtet und dafür ihren, leider immer noch unterdrückten Minderheiten, die Möglichkeit gegeben, der Welt ihre Kunst zu präsentieren.

Südkorea vermischt Mythos und Technik.

Österreich bietet ein surreales Highlight in 1970er-Jahre Ästhetik.

Und der deutsche Beitrag von Maria Eichhorn setzt sich mit der Entwicklung des deutschen Pavillons im Laufe seiner über 100jährigen Geschichte auseinander: Errichtet als Bayerischer Pavillon anno 1909, wurde er unter anderem in der Zeit des Nationalsozialismus signifikant umgebaut, um das Regime zu repräsentieren und wirkt heute als wuchtiger Klotz eher unangenehm. Die Künstlerin geht dieser Entwicklung wortwörtlich auf den Grund.

Am meisten überrascht hat mich der Pavillon der USA, in dem sich die KünstlerInnen mit der Kultur der people of colour auseinandersetzen.

Der russische Pavillon ist geschlossen. Nach Kriegsausbruch sagten die russischen KünstlerInnen ihre Teilnahme an der Biennale ab – und setzten damit ein Zeichen des Protests gegen die Regierung Putins, die sie hier in Venedig vertreten sollten. 

Es ist mittlerweile fünf Uhr und wir wollen noch ein wenig die Stadt bei Tageslicht genießen. Also verabschieden wir uns von den Giardini, leider ohne alles gesehen zu haben und schlagen den umwegigsten mäandrierendsten Weg zum Markusplatz ein. Hier ein paar Impressionen:

Bald geht die Sonne unter, als wir mit dem Boot zurück zum Bus schippern ist es bereits dunkel. Bei Spaghetti carbonara und einer Flasche Rotwein nehmen wir uns vor, spätestens in zwei Jahren zur nächsten Biennale zurückzukommen.

Im Podelta

Über unsere Radtour durchs Po-Delta hat Achim gestern geschrieben (und am Anfang einen kurzen Rückblick auf die letzten Tage gegeben).

Mein letzter Blog war überschrieben mit Wir haben die Marken erreicht und jetzt komme ich mit dem Po an? Der Fluß mündet doch südlich von Venedig in die Adria, also sind wir in Venetien. Was ist passiert? Nun, Eva war immer schneller am Schreiben (und ich ein bißchen faul). Hier komen nun die entsprechenden Links, […]

Im Podelta