Seit acht Tagen sind wir nun auf Mallorca und hüten die Katzen einer Freundin, die auch mal einen Tapetenwechsel braucht. Das Herumziehen mit dem WoMo ist also für drei Wochen unterbrochen, stattdessen wohnen wir in einer Finca im Südosten der Insel. Die unmittelbare Umgebung der Finca lässt sich am Besten mit ein paar Bildern beschreiben. […]
Zu Beginn unserer Reise durch Spanien hatten wir festgestellt, dass uns etwas wichtiges fehlt, nämlich der vergessene Adapter. Wir hatten dann eine gute Idee, die das Problem auch beinahe gelöst hätte. Doch nur beinahe, der erste Versuch hat nicht funktioniert, wir waren dann doch zu ungeduldig. Nun sind wir Reif für die Insel und konnten […]
Von Barcelona nach Palma sind es laut Navi 300 km. Unser Schiff hat dafür sechs Stunden gebraucht.
Freundin Simone schickte vor geraumer Zeit eine Rundmail, sie suche jemanden, der ihre Katzen und ihre Finca auf Mallorca betreut, während sie selbst eine Reise unternimmt. Warum eigentlich nicht, dachte ich mir. Drei laue Frühlingswochen auf der Insel? Klingt gut für mich. Für meinen Liebsten zum Glück auch, so dass wir spontan zusagten.
Warten im Hafen
Mit unserer Busreise durch Spanien lässt sich das auch gut kombinieren und am Abend rollen wir im Hafen von Barcelona in den Bauch der Bridge, die uns in sechs Stunden auf die Insel bringt. Die See ist ganz friedlich und im Nu ist die Nacht vorbei.
Für die paar Stunden haben wir keine Kabine gebucht sondern mit den Sitzen vorlieb genommen. Ging gut.Multifunktional diese DingerIn der Früh um kurz vor sieben rollen wir schon wieder vom Schiff.Erste Eindrücke von Palma im VorbeifahrenDie Kathedrale in der MorgendämmerungDie Finca Talassi bei Campos
Früh schon erreichen wir die Finca Talassi und werden gleich mit einem leckeren Frühstück empfangen.
Der Tag vergeht mit Erzählen und Erzählen und zwischendurch mal zum Einkaufen fahren und Abendbrot machen.
Das Wetter ist leider auch hier nicht besser. Zwar regnet es nur sporadisch, aber es ist wieder Grau in Grau und es geht ein kühler Wind.
Unsere Blogfrequenz wird sich die nächsten Tage wahrscheinlich verringern, aber wenn wir die Insel erkunden, machen wir sicherlich ein paar schöne Fotos, die wir dann natürlich auch gerne mit Euch teilen.
Wunderbar geschlafen haben wir in dem kleinen Ort Fuentes Calientes nach einem ausgefülltem Tag mit sehenswerten Stopps. Das Dorf mit etwa 100 Einwohnern erscheint wie die meisten Dörfer in den Bergen etwas eintönig gefärbt, aber nicht nur diese beiden Schilder bringen Farbe ins Dorf … Aus den gar nicht mal so kühlen Berge (die Kirche […]
Gestern sind wir dem Lauf des Tajo nicht gefolgt, weil er gerade in einem sehr weiten Bogen nach Norden fließt. Doch heute treffen wir ihn wieder – um uns von ihm zu verabschieden. Wir sind nämlich an der Quelle angelangt. Fast den ganzen Weg vom Atlantik in Portugal bis hierher haben wir gemeinsam gemacht und wir haben viel Schönes auf diesen 1000 Kilometern gesehen. Aber nun: Adios!
Hier wurde dem Fluss ein Denkmal gesetzt.
Der längste Fluss Spaniens wird an seinem Ursprung mit einem üppigen Denkmal gewürdigt, das die angrenzenden Provinzen symbolisieren soll.
In der verzauberten Stadt…
Ehe wir uns heute Morgen auf den Weg zur Quelle des Tajo gemacht haben, statteten wir der Ciudad Encantada, der verzauberten Stadt, unweit von Cuenca einen Besuch ab.
… ein Gesicht… vielleicht der Bogen einer Kathedrale… und Schiffe
Man nennt sie so, weil bizarre Felsformationen ein Labyrinth aus Felsbrücken, mehr oder weniger breiten Wegen und offenen Plätzen bilden. Man kann Tiere und Menschen erkennen, unter steinernen Brücken hindurch schlendern, schmale Felsspalten entlang gehen und am Rande eines steinernen Sees stehen.
Am Ufer des steinernen Sees
Die Ursache für die gestalterische Kraft der Natur ist die spezifische Zusammensetzung des Kalksteins. Die obere Decke besteht aus grauem, härteren Stein. Darunter befinden sich Gesteinsschichten, die schneller erodieren.
Jetzt wissen wir, warum die Prozessionsspinner so heißen.
Was mir den Spaß ein kleines bisschen verdirbt ist nicht etwa das graue Wetter (ja, ja, bei blauem Himmel und Sonne wären die Fotos beeindruckender) sondern die Massen an Prozessionsspinnerraupen. Man muss mit Argusaugen auf seine Tritte und Schritte aufpassen, sonst tritt man auf die Tiere.
Die Verzauberte Stadt liegt auf 1400 Metern Höhe. Von hier zur Tajoquelle queren wir den Naturpark Serranía de Cuenca und erklimmen dabei weitere 200 Höhenmeter. Oben an der Quelle hat es dann nur noch 6 Grad.
Auch im Canyon Los Arcos entdecken wir ausgefallene Felsformationen. Wir laufen einen Kilometer in die Schlucht hinein und beobachten dabei Geier und Falken.
Im Canyon Los ArcosEines der schönsten Dörfer Spaniens, meint unser Reiseführer.
Das Bergdorf Albarracin sehen wir schon aus der Ferne und in dem grauen Einerlei des heutigen Tages wirkt das Rosa des Ortes als schiene die Sonne.
Alles ist eng in Albarracin.
Wir klettern die steilen Steintreppen hoch und bummeln ein wenig durch die Gassen. Vom Reiseführer mal wieder hoch gelobt als eines der schönsten Dörfer Spaniens präsentiert sich Albarracin wie ein museales Gesamtkunstwerk. Das belebende Element sind die Touristen, die allerdings vergeblich nach gemütlichen Cafés, die am heutigen Samstagnachmittag geöffnet haben, Ausschau halten.
Hier bleiben wir über Nacht.
Eine Stunde fahren wir noch durch die felsige Hochebene, um für die Nacht im Dorf Fuentes Calientes Station zu machen. Laut Park4Night gibt es hier 100 Einwohner und einen Esel. Oder sind es heute Nacht gar drei?
Toledo – die dritte Stadt rund um Madrid, die man unbedingt besucht haben muss. In Segovia und Avila waren wir bereits. Wir stellen das WoMo auf dem Nahen Campingplatz ab und nehmen die Räder. Erstmal zum Aussichtspunkt Mirador del Valle südlich des Tajo mit Blick auf die Altstadt. Ganz eng stehen die Häuser und darüber […]
In der kleinen Stadt Santarem erreichen wir unseren zweiten Strom, an dem entlang wir nun Richtung Barcelona stromern wollen: den Tejo. Soweit wir wissen, heißt der mit ca. 1000 Kilometern längste Fluss der iberischen Halbinsel in Portugal Tejo und in Spanien Tajo. In manchen Landkarten wird es aber auch anders geschrieben.
Wir sind noch in Portugal und deshalb am Tejo
Wir werden dem Strom fast bis zur Quelle bei Fuente Garçia folgen. Von da aus sind es dann noch etwa 500 Kilometer nach Barcelona, wo wir in einer Woche auf die Fähre nach Mallorca gehen.
Wir haben dem Atlantik nun den Rücken zugedreht und sind durch eine fruchtbare Hügellandschaft hierher gefahren. Frisch gepflügte Felder warten auf die Aussaat oder Bepflanzung, Wein, Oliven, Zitrusfrüchte und viele Plantagen mit Spalierobst, das kurz vor der Blüte steht, säumen die Straße. Die Weinregion hier heißt Ribatejo und unsere N118 ist zugleich die Rota do vinho.
Spalierobst
Auf der gesamten Herfahrt ist es diesig. Die Landschaft liegt wie unter einem Qualmwolke. Es ist fast ein bisschen unheimlich. Vielleicht eine Art Seenebel, der sich weit ins Landesinnere zieht? Obwohl die Sonne verborgen ist, hat es angenehme 19 Grad.
Landschaft wie unter einer Qualmwolke
Der Nebel hält sich auch noch am Nachmittag. Es ist also definitiv kein Seenebel, dazu liegt das Meer jetzt zu weit hinter uns. Die Süddeutsche informiert, dass wieder einmal Saharasand nach Bayern kommt – den Norden Portugals hat er augenscheinlich schon erreicht. Die Besitzerin des Cafés, in dem wir am frühen Nachmittag einkehren, entschuldigt sich bei uns für den nicht ganz sauberen Tisch, an dem wir uns draußen niederlassen. Feiner roter Sand ist nicht nur in der Luft sondern auch auf den Möbeln.
Die Feuerwehr ermöglicht den Zugang zum Stellplatz
Die Feuerwehr von Gaviăo betreibt den örtlichen Stellplatz für Wohnmobile. 500 Meter vor dem Platz ist das Feuerwehrhaus. Freundlich werde ich von drei jungen Frauen empfangen und erhalte einen Transponder, mit der ich die Zufahrt zum Stellplatz öffnen kann.
Ein Spielchen am Abend
Wir sind die Einzigen an diesem Nachmittag. Am Abend gesellen sich noch Myriaden von Fröschen dazu.
Auch in Spanien umhüllt uns der Sand der Sahara
Am darauffolgenden Tag erreichen wir die spanische Grenze. Bei keinem unserer bisherigen Grenzübertritte auf dieser Reise wurden wir übrigens nach Papieren oder Impfzertifikaten gefragt. Die Maskenpflicht wird aber sowohl in Spanien als auch in Portugal sehr genau genommen. Viele Menschen tragen sie auch auf der Straße.
Wir sind nun in Spanien und deshalb am Tajo.
Unseren nun Tajo genannten Strom treffen wir in Alcantara, was auf Arabisch Brücke bedeutet. Hier wird der Fluss von einer Brücke überspannt, die die Römer im 2. Jahrhundert v. Chr. gebaut haben. Wikipedia hat einen Superlativ dafür: „Sie ist das größte vollständig erhaltene (und noch heute befahrbare) römische Brückenbauwerk der Welt.“ Beeindruckend.
Vor über 2000 Jahren erbaut
Gern würden wir heute unsere Vorräte aufstocken. Doch die Lebensmittelgeschäfte im Ort haben zwischen 14 und 17 Uhr geschlossen und der nächste Supermarkt ist mehr als 40 Kilometer entfernt – in die falsche Richtung.
Das mag auch damit zu tun haben, dass wir jetzt in der Extremadura sind, der am dünnsten besiedelten Region Spaniens. Der Name stammt von „Extremus del Dueiro“, was „jenseits des Flusses Dueiro“ bedeutet – womit wir wieder beim Thema wären.
Saharasand über Eichen in der ExtremaduraWie der weiße Ginster wohl aussähe, wenn der Himmel blau und nicht gelb wäre?
Die wellige Landschaft wird hier dominiert von Stein- und Korkeichen sowie weißblühendem Ginster.
Ein Panoramabild von der Hälfte des Platzes in Garivillas
Im kleinen Garovillas de Alconétar soll es eine der schönsten Plaças der Extremadura geben. Die schauen wir uns natürlich an. Das Besichtigungsprogramm endet mit zwei weiteren Café con leche. Gut, dass wir wieder in Spanien sind. In Portugal hatte ich immer Probleme mit der Aussprache der beiden Café com leite.
Von Figueira do Foz zieht sich die Küstenlinie schnurgerade nach Süden und wir folgen ihr. Allerdings sind Ausblicke aufs Meer kaum vorhanden. Zwischen Straße und Meer liegt nämlich eine breite Dünenlandschaft. Immer wieder locken schmale Fahrwege Richtung Strand, die sind aber nichts für unser WoMo. Parkplätze an unserer Straße sind nicht vorhanden. Schade, wir würden […]
Sonntagmorgen. Die Sonne strahlt, als ob sie uns für die gestrige Sintflut entschädigen wolle. Straßen und Strand sind wie frisch gewaschen. Scharen von LäuferInnen und Fahrradfahrern bevölkern schon in der Früh die breit angelegte Strandpromenade. Wir nehmen einen tiefen Atemzug der frischen Meeresluft und wenden den Bus Richtung Süden.
Es verspricht, ein schöner Tag zu werden.
Ein Dorf reiht sich ans nächste. Zu Beginn führt die Straße noch direkt am Wasser entlang und Strandbars locken mit Ausblicken direkt auf Wellen und Gischt. Später fahren wir vielfach durch die Ortschaften. Immer wieder entdecken wir dabei Gebäude mit schönster Kachelkunst.
Fassade eines BahnhofsDie Marienkirche in Valega
Die Gegend hier ist trotz der Nähe zum Atlantik nicht sonderlich touristisch. Im Vorbeifahren beobachten wir die Einheimischen, die zur Kirche oder auf den Friedhof gehen, beim Bäcker Brot kaufen, dem Angebot für einen günstigen Mittagstisch (7 Euro) zustreben. Und an der Tankstelle Schlange stehen, wenn irgendwo der Liter Diesel 1,729 statt wie üblich 1,92 kostet. Ansonsten herrscht sonntägliche Ruhe.
Auch wir reihen uns ein. Es geht aber schnell.
Die etwas größeren Orte werden von Gewerbegebieten eingerahmt. Die großen Supermärkte haben heute geöffnet, wir haben aber alles an Bord. Lidl und Aldi sind hier übrigens gut vertreten.
Zwischendurch spitzen immer wieder Privathäuser hervor, deren Fassaden ebenfalls mit Kacheln geschmückt sind.
Viele Häuser haben hier die schönsten Kacheln an der Fassade.
Nach etwa 150 Kilometern haben wir von dieser Straße genug und ich halte Ausschau nach einer Parkmöglichkeit für den Rest des Tages und die Nacht. Wir wollen bei dem schönen Wetter lieber das Meer genießen.
Laut der App Park4night gibt es einen WoMo-Stellplatz direkt am Strand bei Figueira do Foz. Wir sind gespannt. Und ja! Es ist wie versprochen. Nur eine dünne Reihe Tamarisken trennt uns vom Strand. Herrlich! Hier bleiben wir.
Hinter den Tamarisken beginnt der Strand.
Kaffee kochen und die kleinen Berlinerartigen Teilchen genießen, die ich vorhin an einem Stand neben der Kirche gekauft habe.
Auf der Mole können wir bis zum Leuchtturm laufen, dahinter eröffnet sich die Weite des Meeres.
Bis zum Sonnenuntergang bereite ich schon mal das Abendessen vor und dann wird es Zeit für den Sundowner. Eine hübsche Strandbar dafür finden wir gleich in der Nähe.
Porto. Hier also fließt der Douro nach 897 Kilometern in den Atlantik. Auf da 800 Kilometern haben wir den Fluss begleitet, hier hat Eva den letzten Teil beschrieben Es gibt bestimmt schönere Aufnahmen dieser von uns als (Zwischen-)Ziel betitelten Stelle, wir erleben leider das leuchtende rot des Leuchtturms am Ende der Mole nur als dunkle Farberscheinung zwischen den vielen Grautönen. Heute waren wirklich wenige Leute am Ende des Flusses, einer davon ist mir dann auch noch ins Bild gelaufen.
Eine Tram. Bei uns im Museum zu finden, hier beglückt sie Touristen
Seit 1892 fahren Trams durch die Stadt, drei Linien werden für die Touristen noch heute bedient. Die Linie 1 bringt uns zur Mündung des Douro. Wir sind schon von den Spaziergängen in der Stadt nass bis auf die Haut, bei den niedrigen Temperaturen ist das mehr als unangenehm. Wir gehen also…