Eine Schule feiert sich selbst

Heute ist der 14. Elterntag der „Buds Academy“. Grund genug, die Stadthalle anzumieten und mit vielen Ehrengästen aus Politik, Wirtschaft und anderer Prominenz zu feiern. Drei Filmkameras halten das Geschehen fest, ein Tontechniker am Mischpult sorgt für den richtigen Sound bei den Ansprachen, Preisverleihungen und Tanzvorführungen.

Goma Dhakal, Gründerin und Chefin des Rainbow Children Home gehört auch zu den geladenen Gästen, nicht nur weil zehn unserer Kinder diese Privat-Schule besuchen, sondern weil sie Mitglied des Schulvorstands ist. In ihrem Schlepptau lande sogar ich in der ersten Reihe, bekomme den für offizielle Anlässe obligatorischen Blumenkranz um den Hals gehängt und verfolge für die kommenden fünf Stunden die Feierlichkeiten. Wir stehen natürlich zum gemeinsamen Singen der Nationalhymne auf (nein, ich kenne den Text noch nicht, kann aber die Melodie mitsummen und meine rechte Hand aufs Herz legen).

Wir lauschen der Ansprache der Schülersprecherin, die die Qualität ihrer Schule betont und ihren gesellschaftlichen Auftrag unterstreicht.

Nicht nur am Anfang sondern die ganze Veranstaltung hindurch werden die Ehrengäste begrüßt. Dies nimmt einen wirklich großen Teil der Veranstaltung ein. Dann werden Hunderte von Medaillen für die erfolgreiche Teilnahme am letzten Sportfest, am Englischen Buchstabierwettbewerb und für Nepalische Sprachfähigkeiten verliehen.

Auch unsere Kinder haben etliche Medaillen erhalten. Ganz beglückt kam jedes Kind mit seiner Auszeichnung von der Bühne herunter. Dieses Bild zeigt unsere Sita.

Dazwischen gibt es viele Vorführungen traditioneller nepalesischer Tänze durch die Kinder. Tanzen ist in Nepal Unterrichtsfach und Mädchen wie Jungen bewegen sich ohne Scheu zur Musik auf der Bühne.

Festredner unterstreichen ihr Anliegen mit lauter Stimme und viel Emphase. Leider habe ich nichts verstanden. Deshalb plaudere ich zwischendurch mit Kusum, Gomas Schwiegertochter, schaue mir den Imagefilm der Schule an, der ununterbrochen auf einer Leinwand gezeigt wird, oder blogge.

Rund vier Stunden später werde ich gemeinsam mit einem recht ehrwürdig aussehenden älteren Herrn auf die Bühne gerufen. Wie schon viele andere Ehrengäste vor uns sollen wir den Kindern ihre Medaillen überreichen und ihnen ein Tikka, das rote Segenszeichen geben. Ich bedeute meinem Partner, dass es vielleicht besser wäre, wenn ich die Medaillen übernehme. Aber er schüttelt den Kopf und bedeutet mir, dass ich das schon schaffen würde mit dem Tikka. Einfach den Daumen fest ins Puder drücken und an der Stirn des Kindes abstreifen.

Das nenne ich mal Integration.

Tapfer haben die Kinder die vielen Stunden durchgehalten. Am Schluss gab es dann natürlich noch ein Gruppenfoto mit Medaillen.

Heimkommen in der Fremde

Was hatte ich mir im geheimen nicht für Sorgen gemacht vorher: dass die Kinder mich gar nicht wiedererkennen, dass sie mir die kalte Schulter zeigen, dass ich mich ganz fremd fühlen würde…

Und wie anders war es jetzt in der Realität. Als ich gegen 15 Uhr vorsichtig die Nase  in den Zugang zum Kinderheim stecke, entdeckt mich zuerst Robina, eine der jungen Frauen, die früher im Kinderheim waren und jetzt in der angegliederten Schneiderei mitarbeiten, in der die Taschen, die ich letztes Jahr verkauft habe ( Ihr wisst schon, Rainbow Handicraft Nepal) hergestellt werden. „Eva!“ ruft sie und nimmt mich in den Arm. Noma, unsere Köchin, kommt um die Ecke, strahlt mich an. Und so geht es weiter. Nach und nach kommen die kleinen und großen Kinder, Mädchen und Jungen, aus der Schule. Mamita, Hirdaya, Sita, Indreni, Anjeli, Anita, Aasha… Alle heißen mich herzlich willkommen, drücken mich, strahlen mit mir um die Wette. Auch die Jungs, deren Namen ich mir letztes Jahr so viel schlechter merken konnte als die der Mädels. Es berührt mich sehr, als sie anfangen aufzuzählen, welche Ausflüge wir letztes Jahr gemeinsam gemacht haben: “ Sarangkot, Devis Falls, International Mountain Museum, Peace Pagoda, Golden Buddha…“.

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Die Kleinen schauen mit mir Bilderbücher an, einer der großen Jungen bittet mich um meine Hilfe bei seinen Englischhausaufgaben. Die neu erworbenen Einradfahrkünste werden vorgeführt. Und morgen ist „Parents‘ day“ mit Tanz und Gesang bei den Kleinen. Eva, you come? Yes, please?“ Natürlich komme ich dahin.

Goma ist mal wieder mit einer Hilfslieferung in Südnepal unterwegs. Sie meldet sich aber via Facebook Messenger bei mir und heißt mich herzlich willkommen.

Als ich dann am Abend ins gleiche Zimmer einziehen kann wie letztes Jahr und der Milchkaffee beim Kaffeemann um die Ecke noch besser schmeckt als ich ihn in Erinnerung hatte, ist es wie Heimkommen in der Fremde.

In froher Erwartung

Gerade wird der Flug nach Casablanca aufgerufen. Da kommen schöne Erinnerungen hoch. Ich muss mich aber noch eine dreiviertel Stunde gedulden. Dann erst wird mein Flug nach Kathmandu startklar sein.

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Also kaufe ich mir ein Bier und warte. Da ich bereits online von Zuhause aus eingecheckt hatte, ging am Turkish Airlines Schalter heute alles sehr schnell. Und auch bei der Sicherheitskontrolle war ich rasch durch.

Es ist ein Jahr her, dass ich für zwei Monate im Rainbow Children Home in Pokhara als Volontärin gearbeitet habe. Als ich im Herbst hierüber einen Vortrag für den Eine Welt-Laden in Moosburg vorbereitet und dabei alle Bilder angeschaut habe, überkam mich eine große Sehnsucht nach den Kindern dort und auch nach der Atmosphäre, die ich dort erlebt habe. Reiselust eben. Achim, mein bester Freund, dem ich davon erzählte, meinte trocken: „Warum fährst du dann nicht hin?“

Und nun sitze ich in froher Erwartung am Flughafen. 6000 Kilometer werde ich in den nächsten 11 Stunden Flugzeit überwinden, morgen Nachmittag bin ich im Kinderheim. Ich frage mich, wie die Kinder auf mich reagieren werden, was es vor Ort Neues gibt, wie sich mein Alltag gestalten wird. Ob weitere Volontäre vor Ort sind, wie mein Verhältnis zu Goma, der Gründerin und Leiterin des Kinderheims sein wird. Sie war ja in den ersten Wochen sehr reserviert, taute dann aber sichtlich auf.

Eines wird auf jeden Fall ganz anders sein als letztes Jahr: bereits in zwei Wochen wird meine Freundin Annette zu mir stoßen und auch eine Woche im Heim verbringen. Danach haben wir noch ein paar Tage Zeit für touristische Unternehmungen in Pokhara und Kathmandu.

Außerdem komme ich an einen Ort, den ich kenne. Die Menschen, das Heim, meine Unterkunft, die Cafés, Läden und Restaurants. Letztes Jahr war es alles noch fremd. Nun ist es mir schon vertraut- und ich freu mich drauf.

Ein Wintertraum

Die Sonne tupft in der Früh die ersten Berggipfel in zartes Orange. Es hat aufgehört zu schneien und es verspricht, ein herrlicher Wintertag zu werden.

Achim hatte schon zuhause mögliche Routen ausgeguckt. Wir entscheiden uns wegen des großartigen Wetters für einen Höhenweg, der auf rund 1600 Meter verläuft. Mit Bus und Sessellift geht es nach oben – in einen Wintertraum.

Der Tourismusverband sorgt auch für die Winterwanderer nicht nur für die Skifahrer und hat einen knapp vier Kilometer langen Weg gewalzt. Und wir haben die Freude der Erstbegehung an diesem Vormittag. Aber auch im Verlauf der kommenden Stunden treffen wir nicht viele Menschen. Wir sind allein unter tiefblauen Himmel, inmitten von Massen blütenweißen Schnees, umgeben von eindrucksvollem Bergpanorama.

Am Ende des gespurten Weges gibt es Brotzeit, dann gehen wir auf gleicher Strecke zurück. Überall stehen Schilder, die wegen Lawinengefahr davor warnen, querfeldein zu laufen, was ja theoretisch mit den Schneeschuhen durchaus möglich ist.

Da es so schön ist, stört es uns gar nicht, hin und zurück denselben Weg nehmen zu müssen.

Wir schweben wieder ins Tal, der Bus kommt sogleich und 20 Minuten später sitzen wir auf der Südterrasse des Burgcafés in Grän in der prallen Sonne und sorgen für einen ausgeglichenen Kalorienhaushalt.

Zum Adlerhorst

Schnee satt hatten wir heute. Herrlich. Achim erzählt von unserem Winterwandertraum.

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In der Nacht hat es geschneit. Großartig. Zwanzig Zentimeter. Eva ist natürlich schon längst im Hallenbad, als ich aufstehe. Tür auf … Hmm, sieht nach Kneipen aus, der Gang ins Bad mit den Clogs.

Herrlich, im Gegensatz zu gestern sind die Tannen nun voller Schnee. Das ist eine Vorfreude auf unsere heutige Schneeschuhtour zum Adlerhorst. Aber erst mal gibt’s ein schönes Frühstück.

Rundherum ist geschäftiges Treiben. Manche schieben sich nur einen Weg frei, andere schippen ihren gesamten Stellplatz frei. Ich mache uns einen kleinen schneefreien Weg.

Der Einstieg in den www (Winterwanderweg) ist gleich gegenüber des Campingplatzes. Prima.

Der Weg ist vor kurzem wohl geräumt worden. Wir laufen auf einer dicken Schneeschicht, links und rechts aber ist eine über 1 Meter hohe Schneewand. Nach ca 1000 Metern oberhalb des Wasserwerks ist nur noch eine präparierte Schneeschuhspur da. Sehr schön!

Es schneit und schneit. Durch den Schnee werden alle Geräusche gedämpft…

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Wintercamping de luxe

Wir haben es nicht lange zuhause ausgehalten. Schon nach vier Tagen sitzen wir wieder im Bus. Diesmal geht es ins Allgäu, genauer gesagt, ins österreichische Tannheimer Tal auf den „Comfort Campingplatz“ in Grän unweit von Reutte.

Wir bekommen ein schönes Plätzchen, in das wir bequem reinpassen und das allerschönste für mich: es ist genau gegenüber vom campingplatzeigenen Panoramabad. Für mich also wirklich „de luxe“.

Am Nachmittag reicht die Zeit noch für einen Spaziergang zum Haldensee. Ringsherum ganz viel Schnee und die Allgäuer Berge. Achim macht schöne Fotos und wir genießen die Landschaft. Wir sind nur zwei Stunden gefahren und es fühlt sich an wie in einer anderen Welt.

Kaum „daheim“ springe ich ins Schwimmbecken. So herrlich. Jetzt entspannen wir, lesen, bloggen, gleich gibt es Abendessen und ein Spielchen.

Und ich freue mich auf morgen früh: nach dem Wachwerden hüpfe ich gleich ins Becken. Hach.

Glücklich auf acht Quadratmetern

Er scheint tatsächlich alles zu haben, was wir brauchen, unser neuer alter Bus, den wir kürzlich von Achims Kollegin Simone gekauft haben. Der Fiat Ducato Adria Twin ist mit seinen 13 Jahren und 160 000 Kilometern schon ein wenig betagt, aber das passt doch gut zu uns Neurentnern.

Der Grundriss im Wohnbereich ist klassisch. Hinten ein quer stehendes Bett mit 140 Zentimetern Breite (kann man schön aneinander geschmiegt einschlafen und erst auseinander rücken, wenn der erste anfängt zu schnarchen), daneben unser Bad mit Toilette, Dusche und Waschbecken (knapp ein Quadratmeter – nicht das Waschbecken, das gesamte Bad). Da wir wegen des Frostes kein Wasser in unseren 80-Liter -Tank gefüllt haben, konnten wir bisher nur das Chemieclo ausprobieren. Funktioniert einwandfrei und es ist großartig, nachts nicht nach draußen zu müssen.

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Gegenüber vom Bad, also neben meinem Kopfkissen,  ist die Küche mit Kühlschrank, Spüle, zweiflammigem Herd und ein paar Schränkchen, die wir mit Vorräten und neuem Geschirr (leichtes und nicht klapperndes Melanin in erstaunlich hübschem Design) befüllt haben. Wir haben immerhin ohne Unfälle schon Gemüsesuppe und Würstchen warmgemacht und Tee,  Kaffee und Rührei zubereitet.

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Daneben ist die große Schiebetür, aus der wir im Sommer in den Außenbereich mit Sommerküche, direkt am Strand, ist klar, ne, treten. Gegenüber der Esstisch mit Sitzbank für zwei schmale Menschen. Fahrer und Beifahrersitz können gedreht werden und als dritter und vierter Esszimmerstuhl oder als Leselümmeleck genutzt werden. Obenrum gibt es noch eine Vielzahl von kleinen Hängeschränkchen.

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Also alles da, alles dicht beieinander und man muss aufpassen, wo man wie hinlangt und hingeht. Zwei kleine Beulen an der Stirn und blaue Flecken am Schienbein habe ich mir schon geholt. Lehrgeld.

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Wenn wir dann am Tisch sitzen, lesen, bloggen oder spielen, wenn wir essen oder im mollig warmen Bett liegen (die Gasheizung läuft 1a), freuen wir uns auf die Reisen, die vor uns liegen. Während ich in Nepal bin, will Achim zum Kraniche beobachten nach Norddeutschland, im Juni geht es nach Spanien und nächstes Wochenende nochmal in den Schnee, ins Allgäu.

Hin und weg von acht Quadratmetern, mit denen wir Deutschland und Europa erkunden wollen.

 

 

 

 

Winterwandern im Schnee: Jungfernfahrt

Wir haben uns einen lang gehegten Traum erfüllt und uns einen ausgebauten Bus zugelegt, mit dem wir ab jetzt durch die nähere und weitere Umgebung gondeln werden. Hier berichtet Achim von unserer ersten Fahrt.

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Wir haben unseren Fuhrpark erweitert. Ein gebrauchtes Wohnmobil hat das Rennen gemacht, wir konnten uns ja nicht entscheiden zwischen einem Wohnanhänger, einem Wohnmobil oder gar keiner eigenen fahrbaren Unterkunft.

Es war der Zufall, der die Entscheidung eingefädelt hat. Und es war eine gute Entscheidung: Ziemlich glücklich sitzen wir jetzt in unserer mobilen Hütte und genießen die Winterwelt des Bayerischen Waldes.

Wir wollten in den Schnee (20 km nördlich von München hat das mit dem Schneewinter mal wieder nicht geklappt) und wir wollten mit unserem WoMo losziehen.

Tolle Schneeverhältnisse und einen Wintercampingplatz haben wir in Lam nahe der tschechischen Grenze gefunden. Der kleine Campingplatz hat schneebedeckte Rasenflächen und einen festen Stellplatz neben dem Haus, den nehmen wir doch einfach für unsere zwei Nächte.

Erstmal eine Brotzeit im Wagen, schauen, wie wir uns auf dem kleinen Platzangebot arrangieren. Und stellen fest : lässt sich alles organisieren. Sehr gemütlich im Ducato. Nach einer…

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Leeuwarden: Kunst, schiefer Turm und Coffeeshop

Gemeinsam mit Valetta, der maltesischen Hauptstadt, ist Leeuwarden, die Hauptstadt Frieslands, heuer europäische Kulturhauptstadt. Der niederländische Stadt entstammen zwei berühmte Persönlichkeiten: Der Künstler und Grafiker M.C. Escher und die Tänzerin und Spionin Mata Hari. Wahrzeichen der Stadt ist der schiefe Turm, Oldehove.

Das Programm und die kulturellen Aktionen wurden von Leeuwarden gemeinsam mit der Provinz Friesland unter dem Kürzel LF2018 ausgerichtet und erstreckten sich über die ganze Provinz. In den elf friesischen Städten wurden elf Brunnen aufgestellt und etliche Großveranstaltungen durchgeführt. Leeuwarden selbst konzentrierte sich unter dem Titel „Lân fan taal“ (Land der Sprache) auf das Thema Sprache: Ein Pavillon gegenüber dem Oldehove demonstrierte die Vielzahl der gesprochenen Sprachen.

Für die Ausstellungen über Mata Hari und Escher waren wir leider zu spät. Überhaupt war es an diesem sonnigen aber eisigen Sonntagmittag recht beschaulich im Ort, der im Sommer von großen Scharen Kunstsinniger besucht wurde.

Wir fanden immerhin noch hübsche kunstsinnige Kartoffeln.

Zur Kaffeepause führt uns Freund Uli in einen Coffeeshop. Hier bekommt man neben Cannabis auch ganz normalen Kaffee und leckeren Käsekuchen. Ich hätte gern noch einen Muffin, werde aber gleich vom netten Barista drauf hingewiesen, dass die „nicht clean“ seien. Er hat uns gleich angesehen, dass wir nicht zu seinem “ normalen“ Klientel gehören. Nur Neugierige, die mal gucken wollen. Aber wir scheinen nicht zu stören. Im Gegenteil. Kaum hatten wir unseren Kuchen verputzt, als der freundliche junge Mann, der am Anfang schon als Dolmetscher behilflich war, an unseren Tisch kommt und uns eine große Tüte mit Printen anbietet. Er hat mit Freunden zusammen die Marke „Belhamels“ (Rädelsführer) geschaffen und verkauft sie jetzt in Cafés und Geschäften (Später werden wir sie im Café des naturkundlichen Museums entdecken). Uns bittet er, sie zu probieren und zu bewerten. Was wir gern tun und unser einhelliges Urteil: „Köstlich!“

Weitere fünf Minuten später taucht der Kellner auf, grinst, und hält uns einen Joint vor die Nase. Der sei ihm zu klein geraten, so könne er den nicht verkaufen und er wolle ihn uns schenken.

Was man hier so alles geschenkt bekommt!

Überraschung am Wegesrand: die Festung Bourtange

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Eigentlich sind wir ja auf dem Weg von Bremen nach Leeuwarden, der diesjährigen Kulturhauptstadt. Aber Achim, der (natürlich) schon mal mit dem Fahrrad hier war, weiß einen sehr interessanten Zwischenstopp: die mittelalterliche Feste Bourtange in der niederländischen Provinz Groningen. Sie wurde im Mittelalter sternförmig angelegt und nach ihrem Verfall in den letzten Jahrzehnten vollständig wiederaufgebaut.

Jetzt lustwandeln die Touristen auf den von Wasser umspülten Dämmen, kraxeln auf schmalen Stiegen hinunter in die alte Stadt, queren Zugbrücken, knipsen die Mühle und erfreuen sich auf dem Marktplatz in einem der gemütlichen Cafés an holländischen Spezialitäten wie Fritten mit Frikandel spezial.

Ein wunderbarer Auftakt für unsere kleine Hollandreise.