Auf und nieder: Von Bayerisch Eisenstein nach Viechtach

Unsere alljährliche Challenge: eine Woche mit Rad und Zelt unterwegs sein. Da ich ein Pedelec fahre und unsere Etappen lediglich so um die 50, 60 Kilometer lang sein werden, ist die Challenge im Bereich Radfahren für mich nicht so anspruchsvoll. Achim tritt noch alles selber, ein paar Steigungen wird er zu überwinden haben.

Der Regentalradweg liegt zwischen Bayerisch Eisenstein und Regensburg und ist 166 Kilometer lang. Er soll meist am Fluss entlang, auf gut ausgebauten Radwegen und wenig befahrenen Nebenstrecken führen.

Wir packen die Räder auf unseren Camper und freuen uns, dass unser Sohn uns damit nach Bayerisch Eisenstein chauffiert (und das Auto wieder nach Hause bringt). Gegen Elf erreichen wir den Ort an der Grenze zu Böhmen (die Quelle des Regen liegt in der tschechischen Gemeinde Železná Ruda). Wir beladen die Räder mit unseren Fahrradtaschen und parken erstmal vor dem Grenzbahnhof mit Bahnmuseum.

In den Kunsträumen Grenzenlos wird derzeit die Sonderausstellung Verborgene Horizonte. Zeitgenössische Kunst aus Georgien gezeigt. Wie schön. Unsere Reise dorthin liegt ja gerade mal ein Vierteljahr zurück.

Die Ausstellung bietet laut Internet „einen Einblick in eine dynamische Szene, in eine Kunst, die tief in der georgischen Kultur verwurzelt ist und zugleich einen offenen Blick auf die Gegenwart richtet.“ Zu unserer großen Enttäuschung können wir uns nicht selbst ein Bild von den Bildern machen – die Ausstellung ist montags und dienstags geschlossen.

Den Regen sehen wir das erste Mal nach zehn Kilometern. Bis dahin macht er dem Namen des Radwegs alle Ehre und fließt unter uns im Tal.

Der Untergrund des Radwegs ist auf den ersten Kilometern nicht der beste. Bei lockerem Kiesel droht Ausrutschgefahr. Kurz vor Zwiesel verpassen wir den Abzweig in den Wald und landen stattdessen auf dem asphaltierten Radweg neben der Bundesstraße. Das ist zwar nicht so schön, aber plötzlich haben wir Flügel, so schnell sausen wir jetzt.

In Zwiesel dann die erste Pause. Im Biergarten bei angenehmen 21 Grad.

Danach geht es im Auf und Ab, zumeist auf glattem Asphalt, weiter durch den Nationalpark Richtung Regen. Spoiler: am Ende des Tages hat Achim 750 Höhenmeter erstrampelt. Ich habe mir an den steilen Stellen von meinem Turbo-Modus helfen lassen.

Der Kurpark lockt uns mit seiner Freiluft-Skulpturensammlung: Die Flötenspielerin und Der seltsame Fisch zum Beispiel.

Auf dem hübschen Stadtplatz von Regen warten schon Kaffee und Kuchen auf uns.

Puh, jetzt wird es richtig heftig. Kurze steile Anstiege wechseln sich mit langezogenen, zähen ab. Gut, dass es zwischendurch immer mal wieder rasante Abfahrten gibt.

Sieben Kilometer vor unserem anvisierten Campingplatz läuft mein Akku leer, OBWOHL ich zumeist Eko, ab und zu Tour und nur, wenn ich es sonst nicht mehr geschafft hätte, Turbo gefahren bin. Nach 50 Kilometern! Oh je. Aber Achims Akku ist auch leer. Das Auf und Nieder war zu heftig. Aber wir haben Glück: von den verbleibenden sieben Kilometern können wir sechs auf einer ehemaligen Bahntrasse leicht abschüssig dahin rollen, fast ohne in die Pedale zu treten. Zum krönenden Abschluss allerdings machen wir den Fehler, uns auf eine vermeintliche Abkürzung einzulassen.

Die Schiebestrecke über einen holprigen Waldweg endet vor einem Steilhang. Umkehren oder die Räder hochhieven? Gepäck ab und zu zweit hochschieben.

Danach sind es nur noch 500 Meter bis zum Campingplatz Schnitzmühle. Wir bauen unser Zelt am Ufer des Regen auf, schmieren uns Brote, machen uns ein Bier auf und gucken aufs Wasser.


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Ein Gedanke zu „Auf und nieder: Von Bayerisch Eisenstein nach Viechtach

  1. Avatar von Esther HammesEsther Hammes

    coole Tour und Beschreibung des Tages. Viel Glück für nächsten Tage und hoffentlich angenehme Temperaturen

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