Von unserem Stellplatz in Tours-en-Sologne sind es mit dem Rad etwa 20 Kilometer durch den Wald nach Nordwesten. Dort stoßen wir in Blois wieder auf die Loire und starten unsere Entdeckungstour auf der Brücke Jacques-Gabriel. Von hier aus hat man den absolut besten Blick auf die Stadt. Die Schieferdächer der historischen Altstadt stapeln sich förmlich den Hang hinauf, gekrönt von der mächtigen Kathedrale. Ein perfekter Ort für das erste Foto des Tages.

Links von der Brücke sieht man das Schloss und das Kloster Saint-Laumer mit der Kirche Saint Nicolas.

Eine besondere Sehenswürdigkeit in Blois ist ohne Zweifel das Königliche Schloss. Mehrere Herrscher haben 400 Jahre hieran gebaut, so dass verschiedene Epochen aufeinander treffen. Man sieht gotische Backsteine direkt neben der eleganten Renaissance und dem strengen Klassizismus.

Wir sparen uns heute mal die 16 Euro Eintritt pro Person und umrunden das Schloss soweit möglich von außen.



Das berühmteste Merkmal ist, wie wir es bereits aus Chambord kennen, die monumentale Wendeltreppe im Innenhof, die ebenfalls François I. erbauen ließ.

Wir stellen die Räder ab und erklimmen über steile Steintreppen den Weg hoch zur Kathedrale St. Louis. Schon von außen hören wir Orgelmusik. Wir haben Glück: der Organist übt gerade und seine Musik erfüllt das Innere der Kirche.

Nach so viel Kultur treibt uns der Hunger in die Altstadt. Unser Weg führt uns über die Denis-Papin-Treppe. Das Besondere an dieser riesigen Freitreppe, die die Oberstadt mit der Unterstadt verbindet: Seit 2013 werden die 120 Stufen regelmäßig mit riesigen, temporären Kunstwerken (mittels bedruckter Klebestreifen) überzogen. Aktuell im Jahr 2026 zeigt die Treppe das Motiv von Georges, dem Nilpferd, der berühmten Maskottchen-Figur des lokalen Naturkundemuseums. Die von der lokalen Grafikerin Claire Daniels entworfene Riesenfreske wurde Ende Mai für die Sommersaison angebracht. Georges ist von der typischen lokalen Flora und Fauna des Loiretals umgeben – darunter Vögel wie der Reiher, Frösche und Hermeline.

Die umliegenden Gassen laden förmlich dazu ein, sich einfach treiben zu lassen. Aber wir sind erstaunt, dass so viele Läden geschlossen haben. Wir versuchen, ein Café zu finden, scheitern aber. Burgerläden, Kebabshops und asiatische Imbiss haben hier die Vorhand. Auf einem hübschen Platz finden wir eine Bar, doch unsere Frage nach Essen wird abschlägig beschieden. Um 19 Uhr wieder, Madame. Und ein schönes Café hier in der Nähe? Oh, heute ist Montag. Da haben bei uns in Frankreich die meisten Geschäfte zu, erfahre ich. Puh, wieder was gelernt. Aber wenigstens zwei Kaffee bekommen wir.
Danach machen wir aus der Not eine Tugend und kaufen für ein Picknick am Ufer der Loire mit bester Aussicht ein.

Am Abend gibt es diesmal keine Katastrophe wie gestern sondern ganz entspanntes Abhängen bei angenehmen 24 Grad vorm Camper.
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