Vogelbeobachtung am Bassin d’Arcachon: Auf Entdeckungstour entlang der  Ostküste

Auf der Ostseite des Bassin d’Arcachon ist für uns Naturliebhaber vieles zu entdecken. Das Zusammenspiel aus Ebbe und Flut, ausgedehnten Salzwiesen, alten Fischbecken und dichten Schilfgürteln bildet ein interessantes Biotop.

Unsere Vormittagstour beginnt im Norden der Ostseite bei den Salzwiesen von Arès. Dieses rund 330 Hektar große Naturschutzgebiet ist ein empfindliches Ökosystem, das sich am besten auf den markierten Rundwegen erkunden lässt. Aber leider war auch dieses Gebiet von den Bränden im Sommer betroffen und es ist aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt.

Wir folgen der Küstenlinie weiter nach Süden und erreichen Andernos-les-Bains. 

Der Hafen Port Ostréicole ist einer der lebendigsten der Region. Hier reihen sich die typischen bunten Holzhütten der Austernzüchter aneinander, Restaurants haben darin Einzug gehalten, die zur Mittagszeit allesamt gut besucht sind. Austern, Muscheln und Weißwein werden geschlürft. Diesmal aber nicht von uns.

Zunächst wollen wir einen Spaziergang auf der mit 232 Metern längsten Seebrücke Frankreichs machen, die einen fantastischen Panoramablick über das gesamte Becken von Arcachon bietet. Nur, wo ist sie? Wir schauen, wir suchen mit den Ferngläsern, wir befragen google maps. Da ist sie klar und deutlich zu sehen. In etwa der Entfernung, in der sie laut Karte sein müsste, fahren Bagger im Becken. Gerade ist Ebbe und das Wasser ist komplett zurück gegangen. Ich befragte abermals das Orakel von Internet und ha! Vor fünf Wochen wurde die Brücke komplett abgebaut, weil sie so marode war. Nun wird sie neu aufgebaut und im Frühjahr 2027 soll Einweihung sein.

Dann gehen wir halt in die andere Richtung, zu den alten Fischbecken, die einst der Fischzucht dienten, und heute geschützte Flachwasserzonen bieten, die ideal für Reiher, Eisvögel und verschiedene Entenarten sind.

Oh, was hören wir da? Kraniche! Unsere Lieblingsvögel. Ein großer Trupp fliegt gerade über uns hinweg.

Gleich auf dem ersten Teich sitzen ein paar Schwäne und Gãnse in der Sonne.

Den unbestrittenen Höhepunkt der Tour bildet am Nachmittag das Vogelschutzgebiet von Le Teich am südöstlichen Zipfel des Beckens. Dieses 110 Hektar große, international renommierte Schutzgebiet im Delta der Leyre ist perfekt für die Vogelbeobachtung strukturiert. Ein sechs Kilometer langer Rundweg führt vorbei an Schilf, Lagunen und Marschland.

Rund zwanzig hölzerne Beobachtungskabinen sind im Abstand von wenigen hundert Metern geschickt in die Landschaft integriert, sodass man den Tieren unglaublich nahe kommen kann, ohne sie in ihrem natürlichen Verhalten zu stören.

Im Frühjahr und Sommer herrscht hier reges Treiben: Weißstörche nisten unübersehbar auf großen Plattformen, während Seidenreiher, Säbelschnäbler und Brandgänse durch die flachen Gewässer waten.

Auch heute schwimmen und waten hier viele Vögel. Wir sind begeistert von einem großen Trupp Löffler, 33 zähle ich auf einer Sandbank. Direkt neben uns plantscht ein Biber (sage ich) oder ein Nutria (sagen die anderen). Teichhühner hüpfen mutig auf dem Weg herum und laufen erst weg, als wir kurz vor ihnen sind. Und dann meine Lieblinge: die Silber- und Seidenreiher. So elegant, ihre Silhouette und ihre Federboa.

Wir müssen das Gelände bis 18 Uhr verlassen. Draußen gibt es noch einen Aussichtsturm, von dem aus wir den Sonnenuntergang genießen. Das letzte Mal zu Viert auf dieser Reise.


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