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Zur Kunst durch Kraut und Rüben

Das Museum Insel Hombroich bei Neuss ist ein magischer Ort am Niederrhein. Hier werden Kunst, Architektur und Natur zu einer perfekten Einheit verbunden. Es gibt keine Schilder an den Wänden und keine vorgegebenen Wege.  Die Kunstwerke haben keine Erklärungen, auch ihre Schöpfer werden nicht beim Namen genannt.

Die begehbaren Pavillons aus Backstein von Erwin Heerich wirken wie Skulpturen in der Natur. Sie nutzen nur das Tageslicht.

In ihnen entdecken wir die Sammlung des Gründers dieses Areals, des Industriellen Karl-Heinrich Müller. Sie umfasst europäische Moderne, fernöstliche Kunst und archäologische Fundstücke. Laut Internet sind u. a. Werke von Hans Arp, Paul Cézanne, Marc Chagall, Alberto Giacometti, Gustav Klimt und Henri Matisse ausgestellt. Ganz im Müllerschen Sinne lassen wir uns treiben und spazieren an den Kunstwerken entlang.

Um die Ausstellungspavillons herum schlendern wir durch Wiesen, vorbei an Teichen, beschattet von alten Bäumen, Maroni, Walnüsse, Eichen, Weiden, hinter jeder Wegbiegung wartet eine neue Überraschung.

Im Eintrittspreis ist ein kleines Buffet enthalten, das wir im Garten genießen: Pellkartoffeln, Quark, Krautsalat, Rosinenbrot und Kaffee sind heute auf dem Tisch.

Bereits als junger Mann entdeckte Karl-Heinrich Müller, 1936 in Düsseldorf als Sohn eines Schuhmachermeisters geboren, seine Begeisterung für die Kunst. Vorsichtshalber eröffnete er aber 1958 als Brotberuf ein Makler-Büro für Industrie-Immobilien, das sich schnell zur ersten Adresse in Deutschland und Europa entwickelte und wohl guten Gewinn abwarf.

Ab 1968 begann er gezielt mit dem Sammeln der Kunst des 20. Jahrhunderts. Schon zwei Jahre später reifte in ihm der Gedanke, der Gesellschaft mit einem Museum etwas zurückzugeben. Doch erst 1982 gelang es ihm, mit dem Erwerb der sogenannten Erftinsel vor den Toren von Neuss einen geeigneten Ort zu finden. Das Gelände ist 21 Hektar groß, das kann man sich vorstellen wie 30 eng aneinandergelegte Fußballfelder.

Die Steinritzungen sind von Anatol, einem Schüler von Josef Beuys

Hier entwickelte Müller gemeinsam mit den Künstlern Gotthard Graubner (Sammlungsinstallation) und Erwin Heerich (Architektur) sowie dem Landschaftsplaner Bernhard Korte (Landschaft) ein einzigartiges Areal.

Wir haben die Entdeckung des Museums Insel Hombroich Verwandten zu verdanken. So ein wertvoller Tipp! Denn:

Zurück fahren wir mit den Rädern wie wir hergekommen sind. 36 Kilometer durch Kraut-  und Rübenfelder, über gut ausgebaute Radwege, mit einer hervorragenden Navigation, die Achim mit Osmand und GPS zustande bringt.

Fast überflüssig zu erzählen, dass wir den Abend noch einmal auf dem Kempener Marktplatz ausklingen lassen.