Die Winterzeit schenkt uns heute eine Stunde. Das hilft uns, um Neun zu starten und bereits um Zehn auf der Fähre zu sein.

Wenn man am Nordufer der Gironde-Mündung steht, ist das südliche Ufer zum Greifen nah – und doch trennt einen ein riesiger Strom davon, 12 bis 15 Kilometer breit. Die charmanteste Lösung? Das Auto einpacken und den Gironde-Bac, das Fährschiff, nehmen und eine der größten Flussmündungen Europas überqueren.

Trotz Wind und Regen liegt die Fähre ruhig im Wasser und bringt uns in einer halben Stunde hinüber auf die andere Flussseite. Wir halten uns hier nicht auf sondern fahren in den warmen Autos gleich weiter nach Soulac-sur-Mer an der Westküste. Laut Wetterbericht soll es bald aufhören zu regnen. Wir bleiben optimistisch.
Soulac selbst empfängt Besucher mit charmanten Jugendstil-Villen, Fußgängerzonen und der berühmten unter Denkmalschutz stehenden Basilika Notre-Dame-de-la-Fin-des-Terres.

Nach und nach weicht der Regen der Sonne und wir genießen, was dieses wunderbare Städtchen uns bietet.
Die Markthalle zum Beispiel. Obwohl Sonntag ist, hat sie geöffnet und viel Leckeres im Angebot. Nachdem wir hier durch sind, müssen wir erstmal zu den Bussen zurück und die Einkäufe verstauen. Natürlich gibt es auch eine Fischhalle und heute Abend Thunfisch.



Soulac-sur-Mer hat so viele historische Villen, 400 bis 500 an der Zahl, meist im Stil der Belle Époque, weil sich der Ort ab den 1860er-Jahren von einem Pilgerort zu einem modernen Seebad entwickelte.

Ab ca. 1860 verband eine neue Bahnstrecke Bordeaux mit Le Verdon, wodurch wohlhabende Bürger aus Bordeaux leicht und schnell an die Atlantikküste reisen konnten.

Ende des 19. Jahrhunderts kam das „Baden im Meer“ als Freizeitvergnügen für das gehobene Bürgertum und den Adel in Mode. Da haben sie sich mit dem sieben Kilometer langen feinstem Sandstrand in Soulac den richtigen Platz ausgesucht.

Obwohl das Wetter mittlerweile großartig ist, ist es uns zum Schwimmen zu kalt, aber wir tauchen die Füße ins Wasser und machen einen kleinen Strandspaziergang.

Wie herrlich fühlt sich der Meerschaum um meine Füße herum an!

Café crème und Crèpes mit Karamell in der Nachmittagssonne, der Regen ist Geschichte, am Ende der Straße ist das Meer.

Zum Abend ist das Meer direkt vor uns.

Und zum Sonnenuntergang sitzen wir in der ersten Reihe.

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