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15. Tag auf dem Loire-Radweg: zum Atlantik

Es ist so weit: Das Finale unserer Reise auf dem Loire-Radweg steht an. Hinter uns liegen hunderte Kilometer voller majestätischer Schlösser, wilder Flussauen und malerischer Dörfer. Auf unserem letzten Abschnitt spüren wir mit jedem Kilometer mehr: Das Meer ist nicht mehr weit.

Die Strecke von Le Pellerin bis zum Zielpunkt Saint-Brevin-les-Pins umfasst knapp 37 Kilometer. Ein Highlight auf den ersten Kilometern ist der Canal Maritime de la Basse-Loire, an dem wir zurzeit mit unserem Camper stehen. Dieser historische Kanal verläuft parallel zum Fluss und bietet einen schnurgeraden, traumhaft ruhigen Radweg im Grünen.

Nach 20 Kilometern erreichen wir das Hafenstädtchen Paimbœuf. Früher war dies der offizielle Vorhafen von Nantes, heute lädt der Ort mit seinen bunten Fischerhäusern und einem breiten Kai zu einem kleinen Spaziergang ein.

Am Wegesrand finden wir am Ufer wieder ein Kunstwerk, das Teil des berühmten Kunstparcours Estuaire ist, der zeitgenössische Kunstwerke direkt in die Natur der Loire-Mündung integriert: den „Jardin Étoilé“ (Sternengarten) von Kinya Maruyama, ein begehbarer Skulpturengarten, dessen hölzerne Stege, Tore und Skulpturen exakt nach den Sternenbildern des Großen Bären ausgerichtet sind.

Hinter Paimbœuf spüren wir sofort die Veränderung: Der Wind frischt auf, die Luft schmeckt nach Salz und die Loire öffnet sich spektakulär zur Mündung. Wir radeln über ruhige, ländliche Wege und perfekt asphaltierte Radstrecken durch kleine Gemeinden.

Überall am Ufer tauchen nun die typischen Pêcheries auf – hölzerne Fischerhütten auf Stelzen, die mit ihren großen Senknetzen wie riesige Spinnen über dem Wasser hängen. Sie sind das Markenzeichen der französischen Atlantikküste.

Je näher wir dem Ziel kommen, desto dominanter schiebt sich ein gigantisches Bauwerk ins Blickfeld: Die Pont de Saint-Nazaire. Diese mächtige Schrägseilbrücke überspannt die Loire-Mündung in schwindelerregender Höhe und verbindet Saint-Brevin mit der gegenüberliegenden Hafenstadt Saint-Nazaire.

Kurz hinter der Brücke, im Ortsteil Mindin, haben wir es geschafft: Wir stehen am offiziellen Endpunkt des Loire-Radweges.

Hier, wo das Flusswasser endgültig mit den Wellen des Atlantiks verschmilzt, erwartet uns ein letztes, spektakuläres Kunstwerk im Sand: Die Serpent d’Océan von Huang Yong Ping. Das monumentale, 130 Meter lange Aluminium-Skelett einer riesigen Seeschlange, das direkt im Gezeitenbereich am Strand liegt. Je nach Ebbe und Flut taucht das Kunstwerk auf oder versinkt fast vollständig im Meer.

Unsere diesjährige Frankreichreise ist damit aber  noch lange nicht zu Ende. Wir haben hier noch einiges vor. Morgen geht’s weiter.