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Bienvenue en France!

Wer an ein Kriegsmuseum denkt, hat oft endlose Reihen von Waffen und verstaubten Uniformen im Kopf. Das Bastogne War Museum, vor dem wir heute Nacht geschlafen haben, macht es anders. Schon beim Betreten spürt man, dass hier nicht nur Daten und Fakten heruntergebetet werden, sondern Geschichten von Menschen im Mittelpunkt stehen.

Der moderne Audio-Guide führt uns durch die dramatischen Monate des Winters 1944. Das Besondere: Die Erzählung stützt sich auf vier virtuelle Charaktere – darunter ein amerikanischer und ein deutscher Soldat sowie eine einheimische Lehrerin und ein Junge aus Bastogne. So erlebt man den Krieg aus verschiedenen Blickwinkeln, ohne Schwarz-Weiß-Malerei, was die Sinnlosigkeit des Krieges auf eindringliche Weise unterstreicht.

In immersiven Szenen steht man in einem Luftschutzbunker, während über einem die Bomben zu dröhnen scheinen. Die Angst und Enge der Zivilbevölkerung wird hier greifbar.

In einer anderen Station sitzt man akustisch mitten im verschneiten Ardennenwald bei den frierenden GIs.

Bastogne erlangte im Zweiten Weltkrieg weltweite Berühmtheit: Im Dezember 1944 war die Stadt während der Ardennenoffensive Schauplatz einer Belagerung, bei der amerikanische Truppen trotz Einkreisung standhielten.

Vier Kilometer entfernt ist der Bois Jacques, der Wald, in dem sich amerikanische Fallschirmjäger während der Belagerung von Bastogne verschanzten. Um sich vor dem ununterbrochenen deutschen Artilleriebeschuss und den eisigen Temperaturen von bis zu -28 °C zu schützen, gruben die Soldaten kleine Erdlöcher, die auch heute noch zu sehen sind. Trotz mangelnder Winterbekleidung, Munition und Nahrung hielten sie die Stellung und blockierten den deutschen Vormarsch.

Passend zum Thema des Vormittags gibt es Mittagessen mit Blick auf die Zitadelle in Montmédy, Frankreich. Auch hier fand seit ihrer Erbauung im 13. Jahrhundert ein sinnloses Hauen und Stechen um Macht und Geld statt.

Das Motiv lässt uns nicht los. Während wir weiter nach Süden fahren, entdecken wir ein braunes Schild, auf dem steht: Verdun Memorial.

Die Schlacht um Verdun war eine der blutigsten und längsten Schlachten des Ersten Weltkriegs, die im Jahr 1916 rund 300 Tage lang zwischen Deutschland und Frankreich ausgetragen wurde und ohne einen Sieger endete. Die Frontlinie lag am Ende fast genau da, wo sie vorher auch war.  Beide Seiten hatten fast gleich viele Verluste erlitten: Rund 300.000 Menschen starben, weitere 400.000 wurden verletzt. Bis heute steht Verdun als Mahnmal für den sinnlosen Schrecken des Krieges.

Das Beinhaus von Douaumont beherbergt im Innern die nicht identifizierten sterblichen Überreste von 130 000 Menschen, die nach dem Krieg auf dem Schlachtfeld geborgen wurden. Vor dem Beinhaus befindet sich ein Friedhof mit 16.142 Gräbern französischer Soldaten. 

Gegen Sieben erreichen wir unser Tagesziel, den Lac du Der-Chantecoq. Hier sind wir mittlerweile zum dritten Mal. Der See ist bekannt als Rastplatz für die Kraniche auf ihrem Weg von Nord nach Süd.

Aktuellen Zählungen zufolge halten sich hier gerade rund 20.000 Kraniche auf. Der herbstliche Durchzug und die Rast am größten französischen Stausee haben damit begonnen und die Zahlen werden in den kommenden Wochen voraussichtlich noch stark ansteigen.

Wir haben uns für einen Campingplatz entschieden, weil das Wetter in den nächsten Tagen so schön werden soll und wir das gern mit Tisch und Stühlen draußen vorm Bus genießen wollen. Auch jetzt hat es noch 20 Grad, so dass das Abendessen draußen serviert wird.