Insel-Hopping: Zur Île d’Oléron

Ich werde wach und lausche und höre – nichts. Es hätte schon seit Stunden regnen sollen. Hm. Mal sehen, wie sich das entwickelt. Ich mache Frühstück und danach ist es immer noch trocken. Deshalb brechen wir auf zu einem Bummel durch den kleinen Ort, in dem wir heute Nacht geschlafen haben: St. Martin de Ré, einer der größeren Inselorte. Er ist umfasst von einer sternförmigen Festungsanlage, die im 17. Jahrhundert vom berühmten Festungsbaumeister Vauban errichtet wurde und seit 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Rund um den Hafen gibt es kleine Geschäfte und Lokale. Mittlerweile regnet es leider kräftiger und wir suchen Zuflucht in einem der zahlreichen Cafés an der Promenade.

Ich kaufe mir einen neuen Knirps (der alte liegt in einem Café irgendwo an der Loire) und eine bessere Regenjacke. Gutes Timing, denn jetzt geht es richtig los…

Als es etwas nachlässt, wollen wir für den perfekten Rundumblick den Glockenturm der Kirche Église Saint-Martin besteigen. Ich gehe zur Tür, im gleichen Moment schließt der Glöckner sie zu – und lässt sich auch nicht erweichen. Da wartet wohl das Mittagessen.

Planlos mäandern wir durch den Nachmittag. Eigentlich wollten wir die Regenphase im Naturhistorischen Museum in La Rochelle überbrücken. Nach dem Einkaufen ist es aber schon fast drei Uhr und wir haben auch noch nichts gegessen. Wir verwerfen den Museumsbesuch und steuern stattdessen den kleinen Ort La Flotte kurz vor der Brücke an.  Wir laufen über die Uferpromenade, schnuppern nochmal Inselflair und holen uns Leckereien aus der Bäckerei, die wir im Hafen genießen. Es regnet nicht mehr und hier gefällt es uns jetzt besser als im Museum.

Dann machen wir uns auf den Weg zur Île d’Oléron. Auf einem Felsen vor der Insel liegt die historische Seefestung Fort Louvois. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert. Der damalige Kriegsminister Marquis de Louvois gab den Bau in Auftrag, um gemeinsam mit der Zitadelle von Oléron das wichtige Marinearsenal von Rochefort vor feindlichen Schiffen zu schützen. Kein Geringerer als Vauban, der berühmte Festungsbaumeister von König Ludwig XIV., überarbeitete die Pläne und gab der Anlage ihr heutiges Gesicht. Bei Ebbe wird ein 400 Meter langer, gepflasterter Weg auf dem Meeresboden frei und man kann trockenen Fußes hinüber zur Festung laufen. Das ist erst heute Abend gegen Neun wieder der Fall, so dass wir uns mit dem Aussichtspunkt auf dem Festland begnügen.

Linkerhand sehen wir die Brücke, die uns hinüber zur Insel bringt. Unser Ziel: Le Château d’Oléron im Südosten, auf das ich mich schon freue. In der Hoffnung, dass das Wetter mitspielt können wir dort morgen etliches entdecken. Auch hier war Vauban wieder zugange, am Hafen soll es ein Künstlerdorf geben und im Ortskern wartet ein historisches Zentrum darauf, von uns erkundet zu werden. Petrus! Petrus, lieber Petrus! Du liest hier mit, oder?


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