Île d’Oléron: Stürmische Zeiten

Petrus hatte in der Nacht sicherlich seinen Spaß, als er Sturm und Regen um unser mobiles Heim peitschte. Für den Lärm um uns herum habe ich erstaunlich gut geschlafen. Gibt es eigentlich Schlaftherapie im Windkanal?

Wie das hier weiter geht, ist noch nicht klar. Es ist jetzt halb Acht, dunkel, stürmisch. Ich dreh mich am besten nochmal um.

Neun Uhr: kein Regen, Sonne, Sturm. Erstmal frühstücken.

Elf Uhr: immer noch Sturm und wir beschließen, die große Radrunde durch den Süden der Insel bleiben zu lassen. Stattdessen machen wir uns zu Fuß auf in die Stadt.

Die Citadelle du Château-d’Oléron ist das unübersehbare Wahrzeichen der Stadt. Ihre Geschichte reicht zurück bis ins Jahr 1630, als Kardinal Richelieu den Bau auf den Ruinen einer mittelalterlichen Burg befahl. Und wieder war es der berühmte Festungsbaumeister Vauban, der  das Meisterwerk um 1700 vollendete.

Im inneren Bereich wird heutzutage Kunst gezeigt.

Der ortsansäsige Fotoclub stellt seine aktuellen Werke im Arsenal aus, die wir uns sehr gerne anschauen.

Direkt unterhalb der Festungsmauern liegt das Künstlerdorf am Hafen. Wo früher Austernzüchter ihre Ausrüstung lagerten, herrscht heute kreatives Leben. Die alten, typischen Austernhütten wurden restauriert und in kunterbunte Ateliers verwandelt. Jede Hütte erstrahlt in einer anderen leuchtenden Farbe.

Mehr als 30 lokale Künstlerinnen und Kunsthandwerker arbeiten hier. Die meisten haben für dieses Jahr die Saison beendet. Ansonsten könnte man ihnen direkt über die Schulter schauen, während sie malen, Holz bearbeiten, Kleidung designen oder Schmuck herstellen.

Wir lassen die bunten Hütten hinter uns und  spazieren weiter ins Zentrum.

Der Wind pfeift uns nach wie vor um die Ohren, aber es ist trocken und die Sonne scheint. Am Meer entlang laufen wir zurück zum Stellplatz.

Nachdem wir uns bei einem Espresso wieder aufgewärmt haben, lassen wir uns bei einer Partie Boule nochmal den Wind um die Nase wehen und sind gespannt, ob er uns auch morgen begleiten wird.


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